Ostern III
Beinahe rechtzeitig zu Ostern ein passender Blick auf das meistverkaufte Buch aller (bisherigen) Zeiten: die Bibel. Übersetzt in 469 Sprachen sollen wohl so um die 2-3 Milliarden Exemplare verkauft worden sein. Und trotzdem ist vom Marketing-Standpunkt aus gesehen das Ganze ein riesiger Fehler. Anstatt das goldene Kalb richtig auszuschlachten, beliess man es bei einem Zweiteiler. Altes Testament. Neues Testament. Schluss. Kommt da nichts mehr? Fühlt man sich da als Fan nicht etwas verapfelt, wo doch sogar die Appleanhänger regelmässige Updates bekommen und in Schlangen (man sehe den Zusammenhang) vor den Kirch… Shops warten, um ihrer Religion zu huldigen. Jeder erfolgreiche Film bekommt Prequel, Sequel und/oder Spin-off. Aber das Buch der Bücher? Pustekuchen.
Dabei hat die Bibel doch alle Elemente eines Dauerbrenners: Wiederauferstehung (später von Soaps geklaut), Action, jede erdenkliche Sünde und Bestrafung, Sex, Mord und Totschlag, gute Wichte und Bösewichte, Katastrophen, Tolle Schauplätze. Aber rechnen wir mit einem "Neuesten Testament"? Hier ist doch schon die Fehlplanung zu erkennen. Sollte es jemals eine Fortsetzung geben, was kommt dann? "Testament – Das nächste Kapitel" (Achtung, der Begriff "letzte" ist zu vermeiden)? “Testament III”? Sat1 macht dann bestimmt einen ultralangen Untertitel dazu. Bei George Lucas könnte man eine Special Edition in Auftrag geben, die alle zwei Jahre nochmals mit beiläufigem Schnickschnack aufgearbeitet wird; die Verkäufe wären auf Jahrhunderte gesichert. Bibel 2.0 mit Social Media Anbindung. Extended Directors Cut.
Allerdings wäre dann zu überlegen, wie mit der Fangemeinde umgegangen wird, wenn tatsächlich weitererzählt wird. Ach ja, wer würde das denn schreiben? Autorenteams? Ghostwriter? Die originalen Autoren sind vermutlich nicht mehr verfügbar und ein Ersatz unter gleichem Namen, wie es bei anderen Serien ausprobiert wurde, fiele vermutlich auf. Aber egal, angenommen, Teil 3 kommt. Gibt es dann auch Petitionen im Internet wie kürzlich bei dem Spiel “Mass Effect 3”, wo die Anhänger mit dem Ende unzufrieden waren? Och nö, wir finden Apokalypse doof, macht doch was anderes. Nur gäbe es kaum die Möglichkeit, wie bei einem Spiel einen Patch zu installieren. Hm, vielleicht hat ja der ursprüngliche Autor das vorhergesehen. Dass man es den Menschen nie recht machen kann und dann doch lieber wie Arthur Conan Doyle darauf verzichtet, mehr zu verkaufen und die Hauptfiguren sterben lässt. Was später ebenfalls in Soaps zu einer sehr beliebten Spielart wurde, um sich derer Figuren zu entledigen. Aber irgendwie würde mich der Twist schon interessieren, wie ein dritter Teil erklärt wird.
Aktuell im Ohr: Pyriel – Prophecy
Zusammengekrümelt für 2012-04-08
- Man sagt nicht als Kosmetikerin: Jetzt haben Sie ein Gesicht wie ein Baby-Popo. #
- Wahrnung: Hotpants machen den Inhalt auch nicht heisser. #
- In einem Doppelkinn sitzt meist ein Moppel drin. #
- Man sagt nicht als Schönheitschirurg: Noch eine OP und Sie müssen nach Ihrem Ableben als Sondermüll entsorgt werden. #
Wasch mich oder nasch mich
Vor einigen Tagen war Neinthalie so freundlich, mich nach einem sehr zuckerhaltigen Ausflug in eine Filiale von LUSH zu schleifen. Bis anhin hatte ich um die Duftwolken dieser Kette immer einen Bogen gemacht, weil ich annahm, dass dort nur so Kram wie bei Bodyshop verscherbelt wird. Da neben einem hohen Zuckerquotienten auch eine Mischung aus Kaffeelikör, Wodka und noch zwei ähnlichen Stoffen (nennt sich Moon Landing und so fühlt es sich auch an) durch meine Blutbahn rotierte, war diesmal allerdings mein Widerstand auf einem entsprechend tiefen Niveau. Im Inneren des Shops war ich positiv überrascht, was sich dort so tummelte. Badebomben. Schaumgebäder. Tolle braune Augen. Honigseife in Käseradgrösse. Das meiste sieht aus wie etwas zu Essen, beziehungsweise etwas zum Anbeissen oder Ablecken, allerdings sollte von diesen Unterfangen aus Gründen der Verdaulichkeit abgesehen werden.
Verkaufstechnisch gesehen ist es sehr clever, Körperpflegeprodukte wie Esswaren aussehen zu lassen, so kann das Zielpublikum verdoppelt werden von Körperpflegern auf Hungrige. Und Schnüffler. Weil alles verdammt gut riecht. Zudem hat alles sehr knallige Namen (mein erster Einkauf hiess “French Kiss”) und etwa die Hälfte des Ladens könnte inspirativ zu meinem Diplomroman passen, was natürlich nach fortlaufendem Ausprobieren schreit. Nachträglich muss ich sagen, ich roch zwar provenzalisch (lavendelique, nicht wie das Fleischgewürz), aber der Kuss soff wohl im Badewasser ab. Das landing bezog sich auch nur auf den Niedergang von einigen Gehirnzellen im Staub des Abends, mit Mond war nix. Insofern bin ich gespannt, was sich bei meiner neusten Errungenschaft namens “Drachenei” so abspielt. Nein, ich gehe nicht auf das ein, was mir spontan eingefallen ist.
Aktuell im Ohr: Marina & the Diamons – Homewrecker
Coming soon or sooner
Fernsehsender haben durchaus Vorteile mit Teams und Organisationen und vor allem mit Programmplanern. Dort wird schön durchorganisiert und so kann der Sender auch ganz gut ankündigen, was läuft gleich, heute überhaupt, am nächsten Tag, am Wochenende, neu ab gewissen Tagen, diesen Monat, nächsten Monat, an den nächsten Feiertagen, zum nächsten Mondzyklus, zum nächsten Zyklus der Programmchefin und so weiter und zurück. Das ist nett und hat den Vorteil, dass man zwar immer weiss, was alles kommt, aber spätestens nach dem dritten Spot nicht mehr wann. Schliesslich laufen zwischen den Ankündigungen noch die Sendungen, die angekündigt worden sind vor Kurzem, heute Morgen, Gestern, letztes Wochenende, … ihr wisst, was ich meine. Ich weiss, DASS was kommt, aber nicht genau WANN. Das beunruhigt mich, weil es eine gewisse Ähnlichkeit besitzt mit dem Leben. Morgens in den Spiegel schauen und der sagt: “Demnächst: Die Anmeldung beim Arzt!” oder “Diesen Frühling: The biggest Loser nur ohne scharfe Trainerin!”. Ich weiss auch, DASS ich irgendwann in die Kiste hüpfe, aber nicht genau WANN.
Aber nochmals zum Fernsehen. Ich wurde informiert, wann was ausgestrahlt wird und sollte ich mir ernsthaft merken, dass wann und wo, dann könnte ich den Festplattenrekorder programmieren. Konsequent. Einige Wochen später leuchtet ein lustiges Licht am Gerät, das mich informiert, die Harddisk sei voll. Denn ich musste alles aufzeichnen, weil ich mich nicht mehr auf die Filme und Serien konzentrieren konnte, musste ja alle Spots und Trailer festhalten und notieren und planen und programmieren. In der Nachbearbeitung muss ich leider den Grossteil wieder löschen, denn es kommen doch immer wieder neue Folgen und Filme und ganz viele Ankündigungen und Trailer und Teaser und wer soll das alles sichten und… am Ende wird alles formatiert und ich schau mir das Meiste im Internet an. Wobei, da ist noch dieser Link auf die neue Serie in den USA… ARGH. Deshalb mache ich hier keine Ankündigungen. Ausser vielleicht auf die Feiertagsedition zu Ostern. Wenn mir da kein Zyklus in die Quere kommt.
Aktuell im Ohr: Firefox AK – Color The Trees