Das "Auch ich habe meine Tage"-Buch vom keks

Dann such mal schön!

Abgelegt unter: Backblech | 28.01.2009 (21:29) |

Zwei Gebäude weiter, ennet der Strasse, erhebet sich ein wohl christlich Gebäude, allerdings keine Kirche. Es steht etwas von Mission dran. Das ist bei Kirchen selten. Auf dem Dach prangt eine gelbe Leuchtreklame. Das ist bei Kirchen noch viel seltener. Der Begriff “Reklame” ist tendenziell falsch, aber so heissen die Dinger nun mal. Diese aber wirbt nicht direkt, sondern sagt: Gott sucht dich! Das macht mich perplex, denn meines Wissens hiess es früher im Religionsunterricht: Gott sieht alles! Mit ein Grund, warum man in der Pubertät wohl einiges unter der Bettdecke ausprobiert hat, weil man annahm, so viel Privatsphäre akzeptiert auch der Herr von oben. Aber nochmals: perplex. Denn wenn Gott doch alles sieht, warum sucht er mich dann? Liegen die Herren Missionierer etwa falsch? Oder ist Gott ein Stalker? Dauernd wird gegen Überwachungskameras ins Feld gezogen, aber gegen kirchlich angeordnete Überwachung protestantiert keiner. Das finde ich nicht korrekt.

Noch was dazu: Wenn er doch alles sieht (muss man das jetzt eigentlich gross schreiben, das “er”?), warum existiert die Beichte?Ich vermute, weil die meisten Pfarrhäuser keinen brauchbaren TV-Anschluss haben. Sex&Crime, abgeschlossen im Kabäuschen, ist fast wie ein Hörbuch. Überhaupt, beichten… Mussten wir damals als Katholen alle machen, doch was tun, wenn man im Beichtstuhl sitzt und gar keine Sünden begangen hat? Genau: Man LÜGT!Das unterhält, regt die Phantasie an und hat den Vorteil, dass man sich beim zweiten Mal zurücklehnen kann, weil einem schon klar ist, was es zu gestehen gibt. Alternativ dazu fragt man durchs Gitter, ob das Holz imprägniert ist, damit das Hühnerblut sich nicht zu arg festsetzt. Das wiederum erteilt möglicherweise Generalamnestie für weitere Beichtstuhlgänge. Gibt ja noch andere Anlässe. Hat zum Beispiel Kommunion direkt mit Kommunikation zu tun? Sowas könnte man aufs Dach schreiben: Gott sucht Antworten! Die könnte er dann sammeln und per GodCast ins Internet streamen. Zugriff auf sämtliche Antennen wird er von da oben wohl haben.

Aktuell im Ohr: Seabound – Hooked

Alkohohl am Steuer

Abgelegt unter: Backblech | 27.01.2009 (20:04) |

Die Meldung, dass man statt Scheibenwischwasser auch Vodka in den Spritztank füllen kann, weil der Effekt fast identisch ist, finde ich hervorragend. Es leuchtet mir wahnsinnig ein, dass im Zeitalter der Krisen teurer Vodka dem billigen Wischiwasch vorgezogen wird. Man gönnt sich abgesehen vom wöchentlichen Champagnerbad und dem Safranschnupfen auch nichts mehr. Ich käme auch nicht auf die Idee, mir das Hirn mit den 45 Volumenprozenten wegzuknallen, anstatt ihnen beim Verdunsten zuzusehen. Alternativ kann wahrscheinlich auch Gin oder andere Klare verwendet werden. Eine Verkehrskontrolle stelle ich mir sehr unterhaltsam vor, wenn ein stocknüchterner Fahrer versucht,den Vertretern des Gesetzes zu erklären, warum seine Karre nach Schnaps stinkt. Es gibt dem Satz “Mein Auto säuft für Zwei” einen neuen Anstrich und wenn James Bond vor dem mehrfachen Autoüberschlag noch den Vodka Martini einspritzt, dann ist selbiger auch ganz ganz sicher geschüttelt und nicht gerührt.

Faszinierend. Faszinierend umso mehr, dass es Menschen gibt, die das zum Einen erforschen und zum Andern, überhaupt darauf kommen, das auszuprobieren und zu erforschen. Ich mag diese Bücher mit sinnlosem Wissen und surrealen Faktenund zwangsweise werdet ihr die eine oder andere Entdeckung abbekommen. Wenn ihr also aus Versehen was lernt, sagt mir nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Beispiel aus der Zoologie: Ein Nipferd gibt 80 Prozent seiner Laute unter Wasser von sich. Ich kenne einige Menschen, bei denen ich schätzte, sie täten das auch. Man kann zwar sehen, wie sich der Mund öffnet und schliesst, aber das hohle Gesabbel geht in wunderschönen Blasen Richtung Oberfläche und verabschiedet sich mit einem sanften “Plüpp” ins Universum. Nur befürchte ich, dass sich die Verblasen nicht total verflüchtigen, sondern sich ein Stück weit im Wasser ablagern (Moleküle, Atome, Physchnickschnack). Später wird dieses wiederum zur Herstellung von Vodka (slawische Ableitung von… oha…: WASSER) verwendet wird und überzeugt den Einnehmenden davon, dass es doch eine tolle Idee wäre, wenn man statt Scheibenwischwasser… Tja… Der Kreislauf des Lebens.

Aktuell im Ohr: Mindless Faith – The World behind the World

Entgegen anderslautenden Annahmen bin ich nicht tot

Abgelegt unter: Backblech | 26.01.2009 (20:24) |

Lässt man Kekse offen rumliegen, werden sie trocken, bröseln und zerfallen zu Staub. Bewahrt man sie in einer Dose auf, am besten zusammen mit einem Apfelschnitz (ich befürchte hier differiert das gute Deutsch wieder ganz massiv von Land zu Land, heisst das bei euch tatsächlich “Spalte”?), dann bleibt das Gebäck nicht nur länger knusprig, sondern tatsächlich geniessbar. Irgendwann wandelt sich aber auch das und der Keks wird nur noch härter. Beschleunigt durch eine Schleuder kann er locker Panzerstahl durchschlagen. Ja, in der Tat, der Keks ist mächtiger als das Schwert. Doch was könnte einen Keks bewegen, zur Waffe zu werden? Sich ein Cape umzuwerfen, die Maske aufzusetzen und sich durch die unsäglichen Weiten der internettschen Textwüsten zu krümeln? Seine Identität ohne Telefonzelle und bunte Strumpfhosen (obwohl, die haben ja…) zu wechseln und zurück zu kommen als DER KAYX? Ganz einfach:

BärchenEin Bild, das sich jetzt schon für alle Zeiten einen Platz unter meinen Lieblingen ergattert hat. Die beiden Puschelteddies, die schaffen, was viele sonst nicht gebacken kriegen: sich unter die Arme zu greifen. Nun, um genau zu sein, ETWAS tiefer. Nimmt man diese zwei und kombiniert sie mit der Ansicht auf eine 90-Kilo-Oma mir im Bus gegenüber, auf deren Plüschfellmantel eine ganze Tintenfabrik explodiert sein musste, dann ist das Grund genug. Ernsthaft. Ein riesiger Flauschball in Königsblau. Behängt mit Goldketten, drunter ein weisses T-Shirt mit Goldprint und so wie die geschnauft hat, lag ein Bezug zu Puff Mammy nahe. Oder Mummy wohl eher. Bär Bruno musste sterben, aber Blaubääre Elsa rennt frei rum. Nebenbei, ich kann mich irren, aber sehen lachende Menschen, ab einem gewissen Alter aufwärts eigentlich alle aus wie lippenamputierte Kampfhunde? Ich mache mir da schon etwas Sorgen.

Apropos Sorgen: Falls sich jemand solchige gemacht haben sollte: kein Grund. Nicht mehr. Der Bedarf einer Auszeit und seltsame Schlaufen im Ablaufprozess des Lebens mussten wohl sein. Irgendwann laufen dann Handlungsstränge oder Fäden zusammen und gipfeln in dem, was man wohl Konklusion nennt. Oder Höhepunkt. Aber wenn ich damit anfange, heisst es gleich wieder, ich hätte schmutzige Gedanken. Ts. ICH! Frühestens im dritten Beitrag. Obwohl.. Nein, lassen wir das. Auf jeden Fall ist einiges passiert, noch viel mehr ist nicht passiert und wenn man das ganze bunt zusammenmischt und knetet, gut durchbäckt und ein paar Streusel draufklebt, dann, ja dann, füllt sich auch die kayxdose wieder mit Stimmen.

Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk – Black Versus White