Das "Auch ich habe meine Tage"-Buch vom keks

Keine Westen im Osten

Abgelegt unter: Backblech | 30.04.2009 (23:57) |

Einkaufen zum Selbstzweck finde ich eigentlich gut. Die Wirtschaft soll angekurbelt sein, so habe ich ein gutes Gewissen und es bringt dem Land auch etwas in diesen krisengebeutelten Zeiten. Was allerdings blöd ist: wenn ich spontan etwas ganz Bestimmtes will, genau weiss, wie es auszusehen hat und dann hat es keiner. Wer wie ich auf jeden Werbeblödsinn reinfällt, wandert dann selbstredend zum Zürcher Hauptbahnhof, denn dort gibt’s alles. ALLES. Ein eigentliches Shoppingcenter. Alläääs. Nicht nur Zeitschriften und Fresskram, sogar Apotheken, Körperpflege der gehobenen Art, Elektronik, Schnickschnack und Klamotten. Und ich hatte die fixe Idee, nach einer Weste zu suchen. Warum? Gute Frage, aber egal. Wenn ich das hier schon schreibe, kann ich es nächstens einigen Leuten nicht erzählen, ohne als Wiederholungstäter abgewatscht zu werden.

Nun gibt es da auch Bekleidungsläden und zwar mit Stücken für grosse Frauen, kleine Frauen, junge Frauen, gesetztere Frauen, Frauen mit gutem Hintern, Frauen, die ihren Hintern nie hoch bekommen, Frauen mit grossen Füssen, Frauen auf grossem Fuss, Frauen mit Spass, Frauen mit Frust, stylishe Frauen, geschmacksresistene Frauen, arbeitende Frauen, geldausgebende Frauen, Singlefrauen, Frauen in Begleitung und langsam erkennt man wohl, worauf ich hinauswill: als Nichtfrau ist man gearscht! Ausser man sucht ein Geschenk, benötigt nur eine Kravatte oder einen Trainingsanzug. Oder eine Kravatte zum Trainingsanzug. Halt, stimmt nicht, ein Basecap liegt auch grade noch drin. Oder Schuhe… Ausgerechnet Schuhe. Ich fühlte mich dann auch ein wenig krisengebeutelt statt entgeldgebeutelt und zeigte der Wirtschaft einen gezielten Mittelfinger. Die will doch bloss, dass ich mein Geld in Frauen investiere, die würden dann die Kohle schon ausgeben.

Aktuell im Ohr: Lily Allen – The Fear

Stirb du Schwan

Abgelegt unter: Backblech | 29.04.2009 (20:23) |

Ist es nicht schön, wenn es Frühling wird und wie heute acht Grad ist und regnet? Nein, wirklich, Frühling ist schön, neben der Sonne kommen auch die Menschen wieder raus, kaum kitzeln die ersten warmen Strahlen das noch etwas grummelige Gras. Die Blümchen blühen, die Bäume treiben und die Menschen fühlen sich zueinander hingezogen und möchten es den Bäumen gleich tun. Aber warum immer gleich mit der Türe aus dem Haus fallen, statt für einmal aus dem Rahmen? Auch im Frühling muss es erst knospen. Wenn man sich bei warmem Wetter an einer netten Ecke auf eine Bank setzt, kann man das nämlich wunderbarst beobachten. Wie letztens am Zürisee, dieses Päärchen… Pärchen… diese zwei da.

Status: ich würde tippen, frisch anbandelnd, noch etwas zögerlich im Umgang miteinander, aber für mich als Laien sah es irgendwie nach flirten aus. Situation: Eine kleine Bucht voller Schwäne und im Hintergrund geht die Sonne über dem Hügelkamm unter (nette Farbverläufe, wie sich das gehört) und SIE sagt: Sieh nur, wie die Schwäne hier die Stimmung geniessen. Dann kommt natürlich der Kerl und erwidert: Da hat bestimmt einer eine Tüte Brot ins Wasser gekippt. Sie starrt ihn wiederum an und ruft: Du bist ja SOOOOOOOO unromantisch! Das bringt ihn wiederum schon beinahe in Defensivhaltung, schliesslich will er j anun auch nicht wie der Vollhonk dastehen und will grad irgendwas von sich geben (was die Situation vermutlich nicht im Geringsten beruhigt hätte, ist ja ein Kerl) da tritt ein paar Meter entfernt ein Mann ans Wasser und kippt eine Tüte Brot ins Wasser. Er bricht in schallendes Gelächter aus, sie schmollt und wirft nun wiederum den Schwänen die totale Unromantik vor und schwört, nie wieder Schwanensee zu besuchen. Im Davonstapfen schlägt er wiederum vor, den Primaballerino mit trockenem Brot zu bewerfen, um mehr als einen sterbenden Schwan zu forcieren. Ja, so ein Bänklein am See bietet tolle Unterhaltung.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Still Waters

Da ist er ja wieder…

Abgelegt unter: Backblech | 26.04.2009 (21:41) |

Hoppla, wie die Zeit verfliegt. Aber es war auch einiges los, einen Tag nach dem letzten Beitrag zum Eintrag begann ich trotz fortgeschrittenem Alter ein Studium. Dies nahm in den ersten Wochen neben dem regulären Leben (sofern ich das habe, ich streite mich noch mit mir) ziemlich viel Zeit ein, hat aber den positiven Nebeneffekt, dass die Schreibmotivation schrittweise bis spurtartig zurück kommt und ab sofort auch zwingend notwendig ist, schliesslich heisst der Studiengang “Literarisches Schreiben”. Ja, da seid ihr platt oder auch nicht. Das dauernde Genöle hier wird gelegentlich professionell. Nebenbei sind viele viele bunte neue Figuren in mein Leben getreten in den ersten Monaten dieses Jahres, was natürlich die Besetzungsliste der kayxdose explosionsartig nach oben schnellen lässt.

So ganz nebenbei habe ich den Titel wieder zurückgedreht in der Zeit und es heisst und wird wohl immer heissen: Das “Auch ich habe meine Tage”-Buch vom keks. Also ich hab wieder Spass und ich beabsichtige, auch euch wieder Spass haben zu lassen. Oder zumindest zu unterhalten. Oder Präsenz zu zeigen. Oder euch zu nerven. Ich geh kurz auswürfeln, wer als Erstes dran ist.

Aktuell im Ohr: Letzte Instanz – Wann