Das "Auch ich habe meine Tage"-Buch vom keks

Körperteilung

Abgelegt unter: Backblech | 27.06.2009 (22:03) |

Bei den verschiedensten Diskussionen über die aktuellen Möglichkeiten der Körperoptimierungschirurgie geht es einmal ums Zufügen (Oberweite und Lippen) oder dann wieder ums Wegnehmen (Falten und Fett). Dabei handelt es sich aber jedesmal nur um oberflächliche Veränderungen wie Spoiler ja oder nein, legen wir tiefer oder bügeln wir ein paar Dellen aus. Obwohl es sich doch anbieten würde, im Kern zu tunen. Bei MTV wird ausser einigen minimalen Basiskomponenten bar jedes Sinnes alles komplett entfernt. Bei Autos macht es Sinn, wenn dafür neuer Krims reinkommt, beim humanen Bodykit bin ich mir da gar nicht so sicher. Da fällt es meist doch gar nicht auf, wenn ein Teil fehlt, nein, meistens lebt es sich sogar leichter! Beispiel sind alle Nachtquizmoderatoren, die funktionieren ohne Gehirn auch tadellos. Als weiteres Feature hätte ich persönlich auf das Wiedereinsetzen der Stimmbänder verzichtet, aber ich bin ja nur Laie. Was, aber wenn sogenannte Primärorgane fehlen?

Der Magen: Hilft zwar bei der Verdauung, produziert allerdings heftige Salzsäure, ist also eine Gefahr für die Umgebung. Menschen mit Magenband schiessen die Nahrung abgekürzt durch und leben trotzdem,heisst: Magen kann raus. Kein saures Aufstossen mehr und es gibt weniger zu Kotzen, weil das alles schon halbwegs auf dem Weg zum anderen Ausgang ist. Nur Vorteile.
Die Gallenblase: In früheren Zeiten nötig für den Abbau schwieriger Nahrung wie rohem Fleisch, Fett und anderen leckeren Sachen. Durch die zwanghafte Gesundernährung der aktuell ansässigen Zivilisation extrem sinnlos. Ressourcenfresser. Weg damit.
Die Leber: In Krisenzeiten scheinbar vonnöten, da dort der Alkohol abgebaut wird. Hallo? Wir haben eine Krise, da will ich den nicht abgebaut haben. Der soll gefälligst drin bleiben! Baut sie nicht ab, geht sie durch zu viel Arbeit auch nicht kaputt. Kusch!
Der Darm, bzw die Därme: Davon haben wir einige Meter mit unterschiedlichen Aufgaben. Nutzen wir die Kenntnisse moderner Navigationssysteme: Wenn es einen Schleichweg gibt, warum fahre ich dann vier Kilometer ums Kaff? Eben. Wir schneiden ein Stück raus und tackern den Schlauch irgendwo mittig zusammen. Sollen sich die verbleibenden Stücke halt etwas mehr anstrengen.
Die Nieren: Werden gelegentlich gerne gespendet, sind im Doppel also per se unnötig und demzufolge zu reduzieren. Nötig zum Giftstoffabbau, kann also seine Berechtigung haben, obwohl nach der Vornahme der vorgängig erwähntenen Anpassungen nichts lange genug im Körper bleibt, um Giftstoffe zu hinterlassen. Die Gefahr hingegen, Steine zu generieren bleibt bestehen, das tut weh und sowas wollen wir nicht in uns drin, also ebenfalls ab in die Tonne.
Die Lunge: Es soll möglich sein, mit einem Lungenflügel zu leben. Ist bestimmt möglich, aber EIN Flügel ist Blödsinn. Im Kreis fliegende Engel sind auch peinlich, also beide oder keinen. Spontan fällt mir kein Grund ein, warum ein Gefrierbeutel nicht als Ersatz dienen kann, also vorsorglich weg damit. Erspart den Rauchern auch diese hässlichen Bilder mit diesen schwarzen Klumpen Fleisch. Ist ja gruselig, aber wer drauf steht…
Das Gehirn: Mag sein, dass ein Stück zur Regelung der allernotwendigsten Funktionen sinnvoll ist. Aber das Hickhack um rechte oder linke Hälfte fällt dann schon weg, schliesslich liegt dann am Ende nur noch ein Art Dörrpflaume in der Schale und kann sich erst noch entfalten. Schädeldäcke abfräsen, Erde rein und Blumen Pflanzen, warum nicht, allerdings wäre das stark rechtsgeprägt, was eigentlich nicht geht, weil weg. Nun, vielleicht lassen wir je Seite ein paar Gramm, damit keiner in die Küche pinkelt und jemand die Rechnungen bezahlt. Sollte reichen.
Das Herz: Das kann erfahrungsgemäss locker rausgerissen werden, das Restkonstrukt funktioniert auch ohne. Wenn jemand schwächelt kann der Blutfluss locker mit einer kleinen Handpumpe angetrieben werden oder bei Faulen mit einer Aquariumpumpe. Was für Fische gut ist, kann für uns, die ja von Meeresbewohnern weit entfernt (sehr, SEHR weit, aber immerhin) abstammen so schlecht nicht sein. Nur dann nicht mit Luft sondern Blut. Sonst wären wir wieder bei der Lunge.
Die Haut: Zwar unpraktisch, wird aber aus ästhetischen Gründen an Ort und Stelle belassen.

Gesamthaft gesehen haben wir nun also viel mehr Platz, verschwenden weniger Zeit mit Schlafen und Essen (weniger Betriebsgeräte verbrauchen weniger Antriebsmaterial) und alles in allem ist uns dann vermutlich ganz viel ganz ziemlich egal. Oder auch nicht. Aber zumindest das TV-Programm wäre erträglich.

Aktuell im Ohr: Akanoid – 100 Burning Guitars

Gesichtsausdrücke from Hell

Abgelegt unter: Backblech | 10.06.2009 (19:37) |

Klamotten kaufen ist nicht direkt die männliche Paradedisziplin, aber wenn man schon mal zufällig bei H&M vorbei kommt und etwas sucht und dann ganz etwas Anderes findet, was will man schon machen. Mitnehmen, sonst muss man später nochmal hin und dann ist es Zwang. Ein klein wenig durch die Gänge schlendern, da mal etwas rauspicken, dann dort und am Ende an der Kasse stehen und die Verkaufsmaus schreit nach einer zusätzlichen Kasse. das fand ich nun noch nicht sooo besonders, das kann passieren, aber was dann ernsthaft im Gedächtnis blieb: die Frau, die neben mir zum Ausgang ging und mich mit ihren Blicken massakrierte. Weil meine Einkaufstüte doppelt so grass war wie ihre. Tja, Tussi, lerne beim Meister.

Weil Einkaufen durstig macht oder heiss, wenn man versehentlich in die Damenwäscheabteilung gerät, also bleibt einem nichts anderes übrig, als Feuchtigkeits- und Temperaturhaushalt wiederherzustellen. Wo läge das näher als beim Nachbarn von H&M: Vanilleshake bei McDoof. Einmal mehr kam ich allerdings zur Überzeugung, dass das Personal zwischen beiden Konzernen beliebig austauschbar ist. Intellenz scheint auf beiden Seiten nicht das härteste Auswahlkriterium bei der Rekrutierung zu sein (jaja, Ausnahmen, blabla). Also bestelle ich beim gelben M einen Shake und sehe genüsslich zu, wie sie mir einen McFlurry anfängt abzufüllen. Dies bemerkt sie in der Hälfte des Bechers, klatscht sich selber an die Stirn (leider NICHT die hand mit dem Becher), packt Becher weg und nimmt neuen (für MacFlurry, aber Inhalt Shake, und doch, es macht einen Unterschied, weil der Flurry-Deckel das Schlürferöhrchen kaputtdrückt) und füllt diesen. Auf dem Weg nach draussen Röhrli rein, Knicknack. Röhrli raus, Deckel ab, Deckel weg, neues Röhrli rein und was macht man als Erstes? So richtig herzhaft von unten von der kältesten Stelle richtig anziehen um dem Gaumen und darüber liegenden Gehirn einen tüchtigen Kälteschock zu verpassen, damit es weh tut. War mir nicht vergönnt. Was bitte hat Erdbeerkonzentrat in einem Vanilleshake zu suchen? Erdbeerkonzentrat! Unverflüssigt! Als ob man einen Riesenlöffel voll Konfitüre reinhaut. Zumindest hatte es noch genug andersgeschmackige (und kalte) Flüssigkeit im Becher. Grauslig. Karmabumerang. Darauf musste ich gleich noch zu NewYorker.

Aktuell im Ohr: Colony 5 – Phosphor

Krötchen für Blödchen

Abgelegt unter: Backblech | 07.06.2009 (20:39) |

Nun gut, ich gebe es zu, wir Schweizer haben in unserer Sprache dieses “LI” tatsächlich. Aber nicht immer an jeder Stelle, an der ausserird… ausländische Besucher sie überall platzieren. Also, liebe Touristen, man beendet nicht ALLES mit LI. Klärli? Im Übrigen ist ein LI auch nichts anderes als ein CHEN, schliesslich müssen wir uns über das CH auch schon genug anhören. Nun gab es wohl aber einen ganz hellen Produktedesigner, der druckte auf eine Packung mit Miniaturtortenböden (wie man sie beispielsweise für Erdbeertörtchen benutzt) die wunderbare Bezeichnung: “Törtli Bödchen”. Sehr konsequent. Eine Anbiederung an die Einheimischen und die Zugezogenen? Also entweder Törtli Bödeli oder Törtchen Bödchen, du Blödchen. Oder WENN schon mischen, dann Törtchen Bödeli, das hat immerhin ein minimales Sprachflüssli. Echtli. So öppis!

Apropos ötchen. Hing doch bei uns tatsächlich an der Tür der Poststelle (ja, da darf man so Zeugs aufhängen) ein Zettel mit Adresse und Telefonnummer und oben drüber gross: “Schildkröte entlaufen”. Schildkröte. Also bitte, das hätte man doch kommen sehen müssen. Ich mag mich jetzt nicht mehr so ganz an jede Zoologiestunde erinnern, aber ich glaube zu wissen, dass durch den Garten spurtende Schildis im weiten Bereich der Reptilien eine Minderheit darstellen dürften. Im Zoo dauert der Sex zwischen Galapagos-Schildkröten auch nur so verdammt lange, weil er einen halben Tag braucht, um rauf zu kommen. Also wie stelle ich mir einen entlaufende Hausschildkröte vor? Ninja Turtle? Versehentlich Red Bull in den Napf bekommen? Buddelt die Kleine einen Tunnel? Das wäre eine Möglichkeit! Das würde auch nur etwa drei Wochen dauern, kann also sogar von einem (Achtung Klischee) Schweizer problemlos ohne forensische Kenntnisse erkannt werden. Vielleicht ist das lahme Getue auch nur ein heimtückischer Plan, mit dem wir seit Jahrhunderten zum Narren gehalten werden. Weltherrschaft oder das Ausbrechen aus dem ewigen Kopfsalatfressen. Also passt auf, Schildchröttlibesitzer, wenn euer kleines Tierchen euch beim Kauen von unten ansieht. Vielleicht zuckt es genau dann mit dem Panzer und scharrt mit den Füsschen. Und dann springt es euch an.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Tomorrow Never Comes

Hast du mal kurz Zeit?

Abgelegt unter: Backblech | 06.06.2009 (20:31) |

Wie unverfänglich doch gewisse Fragen klingen können. Da steht man am Bahnhof, vor einem Zug und antwortet mit “ja, eigentlich schon” und schon sitzt man ohne Fahrkarte in einem Zug nach irgendwohin. Unterwegs erfährt man, dass “irgendwohin” ein Ort ist, an den man eigentlich gar nicht will, beziehungsweise dort nicht hinginge. Auf einmal wird man aus dem Zug gescheucht und in einen anderen hinein (natürlich wieder ohne Fahrkarte, im letzten Zug wurde einem ja nicht verraten, wo die Endstation ist) und da hätte es noch nicht einmal einen Fahrkartenverkäufer gegeben sondern nur einen grossen bösen Bussgeldeintreiber. Wurde von euch schon jemand von Aliens entführt? Das muss sich so ähnlich anfühlen. Wahnsinn. Ich bin kriminell,ein Bad Boy. Banken ruinieren kann jedes Kind, aber unabsichtlich gezielt Schwarzfahren, das traut sich nur ein wahrer Kerl.

Dann geht das Scheuchen weiter, man wird wie Vieh durch ein Dorf getrieben, muss den Kopf nach rechts gedreht halten (an dieser Stelle habe ich den Ochsenzähmer vermisst), bekommt dadurch eine Halskehre und darf danach noch nicht einmal Halsknacken. Alles nur, weil sich links ein Hinweis darauf befindet, wohin man verschleppt wird. Links und rechts und auf einmal steht man vor einem Keller. FOLTER! PANIK! Minuten später hält man ein Glas Rotwein in der Hand und bekommt kulturell hochstehendes musikalisches Programm geboten. Latin-Flamenco-Jazz-Fusion. Hm. Was für eine Entführung sollte DAS denn sein? Brot und Spiele? Man ist verwirrt und gleichzeitig extrem happy. Dann schliesst sich die Zugtür, es fängt an zu regnen und man stellt fest, es war gar keine Entführung, sondern ein Traum. Ziemlich intensiv, ich sollte nochmals nachschauen, was in diesen Medikamenten so alles drin ist. Ich fahre nach Hause und schnippe mit den Fingern. Hm. Geiler Trip.

Aktuell im Ohr: The Veronicas – Untouched