Apr 9, 2013 - Geschmackssache    No Comments

Laktoseinkontinenz

An sich sollte ich es inzwischen wissen: Gelegentlich die Klappe zu halten kann durchaus sinnvoll sein. Nachdem ich kürzlich auf Facebook interessehalber gefragt habe, wie sich denn Sojamilch anschmecke, erhielt ich neben einigen subjektiven Eindrücken vor allem den Hinweis: Probier’ es doch aus. Da mein derzeitiges Haushaltsbudget keinen Spielraum für Experimente besitzt, nahm ich allerdings von der Probiererei Abstand. Wenn ich was zu Futtern kaufe, dann deswegen, weil ich es mag und auch tatsächlich futtern will.

Aber man hat ja “Freunde”. In diesem konkreten Fall Frau Kellerzwerg, die mir das Angebot machte, sie würde das Sponsoring übernehmen, sofern das Resultat niedergeschrieben würde. An genau dieser Stelle hätte ich mir die Erkenntnis zu Beginn des ersten Absatzes dieses Beitrages in Erinnerung rufen sollen. Konjunktiv. Was aber sagt der Keks, der wohl zu oft in Milch getunkt worden war? “Ja, mach ich, du kaufst und ich teste”. Kurz darauf stehe ich mit einer Einkaufstüte vom Bioladen da. Inhalt: vier verschiedene Milche. Milchen. Milchs. Kuheuterspritzersatzgetränke. Tja. Was nun?

Bei Weinverkostungen ist einigermassen klar, wie das abläuft, man nimmt ein Schlückchen, quietscht damit im Mund herum, spuckt in eine Schüssel und neutralisiert mit Brotstückchen. Wie aber soll das bei Weissgetränk vonstatten gehen? Quietschen fällt flach, ist schliesslich fetthaltig. Glaube ich zumindest, da komme ich noch zu. Spucken werde ich je nach Geschmack automatisch, vielleicht sollte ich mich farbthematisch direkt vor die grosse weisse Schüssel setzen. Fehlt der Neutralisator. Brot? Mein Arzt hat mir aber ein zeitweiliges Kohlenhydratverbot erteilt. Ein Schnitzel vielleicht? Nein, kein Tofu, irgendwo hört der Ersatzgedanke auf. Rindersteak, das wäre was. So viel Kuh muss sein. Beim Kauen halte ich auch bestimmt die Klappe.

Aktuell im Ohr: Starbucks-Jazz-Gedudel

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