Das "Auch ich habe meine Tage"-Buch vom keks

Er spricht ja doch!

Abgelegt unter: Backblech | 30.05.2009 (7:38) |

Für alle, die zweifelten, dass es a) Gott gibt oder b) er sich sowieso nie äussert, habe ich gestern an einer Wand in Zürich den Gegenbeweis gefunden. Es ist tatsächlich eine Zweiwegekommunikation, man muss nur wissen WO!

Mehr muss dazu wohl nicht gesagt werden.

Aktuell im Ohr: Akanoid – Usual Freaks

Keine Westen im Osten

Abgelegt unter: Backblech | 30.04.2009 (23:57) |

Einkaufen zum Selbstzweck finde ich eigentlich gut. Die Wirtschaft soll angekurbelt sein, so habe ich ein gutes Gewissen und es bringt dem Land auch etwas in diesen krisengebeutelten Zeiten. Was allerdings blöd ist: wenn ich spontan etwas ganz Bestimmtes will, genau weiss, wie es auszusehen hat und dann hat es keiner. Wer wie ich auf jeden Werbeblödsinn reinfällt, wandert dann selbstredend zum Zürcher Hauptbahnhof, denn dort gibt’s alles. ALLES. Ein eigentliches Shoppingcenter. Alläääs. Nicht nur Zeitschriften und Fresskram, sogar Apotheken, Körperpflege der gehobenen Art, Elektronik, Schnickschnack und Klamotten. Und ich hatte die fixe Idee, nach einer Weste zu suchen. Warum? Gute Frage, aber egal. Wenn ich das hier schon schreibe, kann ich es nächstens einigen Leuten nicht erzählen, ohne als Wiederholungstäter abgewatscht zu werden.

Nun gibt es da auch Bekleidungsläden und zwar mit Stücken für grosse Frauen, kleine Frauen, junge Frauen, gesetztere Frauen, Frauen mit gutem Hintern, Frauen, die ihren Hintern nie hoch bekommen, Frauen mit grossen Füssen, Frauen auf grossem Fuss, Frauen mit Spass, Frauen mit Frust, stylishe Frauen, geschmacksresistene Frauen, arbeitende Frauen, geldausgebende Frauen, Singlefrauen, Frauen in Begleitung und langsam erkennt man wohl, worauf ich hinauswill: als Nichtfrau ist man gearscht! Ausser man sucht ein Geschenk, benötigt nur eine Kravatte oder einen Trainingsanzug. Oder eine Kravatte zum Trainingsanzug. Halt, stimmt nicht, ein Basecap liegt auch grade noch drin. Oder Schuhe… Ausgerechnet Schuhe. Ich fühlte mich dann auch ein wenig krisengebeutelt statt entgeldgebeutelt und zeigte der Wirtschaft einen gezielten Mittelfinger. Die will doch bloss, dass ich mein Geld in Frauen investiere, die würden dann die Kohle schon ausgeben.

Aktuell im Ohr: Lily Allen – The Fear

Stirb du Schwan

Abgelegt unter: Backblech | 29.04.2009 (20:23) |

Ist es nicht schön, wenn es Frühling wird und wie heute acht Grad ist und regnet? Nein, wirklich, Frühling ist schön, neben der Sonne kommen auch die Menschen wieder raus, kaum kitzeln die ersten warmen Strahlen das noch etwas grummelige Gras. Die Blümchen blühen, die Bäume treiben und die Menschen fühlen sich zueinander hingezogen und möchten es den Bäumen gleich tun. Aber warum immer gleich mit der Türe aus dem Haus fallen, statt für einmal aus dem Rahmen? Auch im Frühling muss es erst knospen. Wenn man sich bei warmem Wetter an einer netten Ecke auf eine Bank setzt, kann man das nämlich wunderbarst beobachten. Wie letztens am Zürisee, dieses Päärchen… Pärchen… diese zwei da.

Status: ich würde tippen, frisch anbandelnd, noch etwas zögerlich im Umgang miteinander, aber für mich als Laien sah es irgendwie nach flirten aus. Situation: Eine kleine Bucht voller Schwäne und im Hintergrund geht die Sonne über dem Hügelkamm unter (nette Farbverläufe, wie sich das gehört) und SIE sagt: Sieh nur, wie die Schwäne hier die Stimmung geniessen. Dann kommt natürlich der Kerl und erwidert: Da hat bestimmt einer eine Tüte Brot ins Wasser gekippt. Sie starrt ihn wiederum an und ruft: Du bist ja SOOOOOOOO unromantisch! Das bringt ihn wiederum schon beinahe in Defensivhaltung, schliesslich will er j anun auch nicht wie der Vollhonk dastehen und will grad irgendwas von sich geben (was die Situation vermutlich nicht im Geringsten beruhigt hätte, ist ja ein Kerl) da tritt ein paar Meter entfernt ein Mann ans Wasser und kippt eine Tüte Brot ins Wasser. Er bricht in schallendes Gelächter aus, sie schmollt und wirft nun wiederum den Schwänen die totale Unromantik vor und schwört, nie wieder Schwanensee zu besuchen. Im Davonstapfen schlägt er wiederum vor, den Primaballerino mit trockenem Brot zu bewerfen, um mehr als einen sterbenden Schwan zu forcieren. Ja, so ein Bänklein am See bietet tolle Unterhaltung.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Still Waters

Da ist er ja wieder…

Abgelegt unter: Backblech | 26.04.2009 (21:41) |

Hoppla, wie die Zeit verfliegt. Aber es war auch einiges los, einen Tag nach dem letzten Beitrag zum Eintrag begann ich trotz fortgeschrittenem Alter ein Studium. Dies nahm in den ersten Wochen neben dem regulären Leben (sofern ich das habe, ich streite mich noch mit mir) ziemlich viel Zeit ein, hat aber den positiven Nebeneffekt, dass die Schreibmotivation schrittweise bis spurtartig zurück kommt und ab sofort auch zwingend notwendig ist, schliesslich heisst der Studiengang “Literarisches Schreiben”. Ja, da seid ihr platt oder auch nicht. Das dauernde Genöle hier wird gelegentlich professionell. Nebenbei sind viele viele bunte neue Figuren in mein Leben getreten in den ersten Monaten dieses Jahres, was natürlich die Besetzungsliste der kayxdose explosionsartig nach oben schnellen lässt.

So ganz nebenbei habe ich den Titel wieder zurückgedreht in der Zeit und es heisst und wird wohl immer heissen: Das “Auch ich habe meine Tage”-Buch vom keks. Also ich hab wieder Spass und ich beabsichtige, auch euch wieder Spass haben zu lassen. Oder zumindest zu unterhalten. Oder Präsenz zu zeigen. Oder euch zu nerven. Ich geh kurz auswürfeln, wer als Erstes dran ist.

Aktuell im Ohr: Letzte Instanz – Wann

Trendwendeltreppenstufenschnittmengenlehre

Abgelegt unter: Backblech | 12.03.2009 (21:18) |

Ich könnte jetzt grosskotzig behaupten, der Titel sei das ultimative Konstrukt und überhaupt, aber da ich eine enorm ehrliche Haut bin, erkläre ich hiermit, dass der Titel eine reine Notlösung ist, damit IRGENDWAS da steht. Aber man muss ja mal loslegen können und inspirativ auch nur losbrabbeln können, um dort zu landen, wo man eigentlich hin will oder zu entdecken, dass man hin will, auch wenn noch nicht ganz hell erleuchtet ist, wo denn dort ist, wenn es nicht da ist. Da ist aber meist der Ort, wo man sich wohlfühlt und dort, wo man hingeht, um Geld zu verdienen. Insofern ist da die Kombination aus Starböcks und Buchhandlung und dort das Büro. Da habe ich festgestellt, dass ich möglicherweise doch einen iPod kaufen sollte anstelle eines Produktes anderer Hersteller, nur schon um zu vermeiden, angestarrt zu werden. Ich hole aus: Beim iPod funktioniert FastForward soweit ich das beurteilen kann, durch kreisförmiges Betätigen des weissen Steuerdingsda am Kerngehäuse. Bei meinem MP3ling nicht.

So sass ich also da, vor mir Kaffee und Kuchen (ich bin alt, ich darf das). In der einen Hand eine Zeitschrift, auf dem Tisch liegend der kleine Musikus, einige Zentimeter lang und ungefähr 3 Zentimeter breit (ab hier empfiehlt sich für Phantasiephabeten das Zurhandnehmen eines ähnlichen Gegenstandes). Gescrollt (oldschool: gespult) wird längs. Damit nun der mobile Datenträger dabei nicht vom Tisch flutschte, klemmte ich ihn handlich zwischen Ring- und Zeigefinger und begann dann nebenbei mit dem Mittelfinger wiederholte, schnelle Scrollbewegungen zu machen (unser Bürohalbitaliener konnte seinem kantinenübergreifenden Lachen nach zu urteilen sehr gut nachvollziehen wie das aussah). Irgendwann bemerkte ich dann aus dem Augenwinkel, dass mich ein Tisch voll weiblicher Starbuckserinnen ziemlich befremdet beobachteten. Da ging dann auch mir ein Licht auf. Leider liess sich gesichtslesend nicht hundertprozentig erkennen, welche Schlagzeile sich dort abzeichnete. Man beeilte sich auf beiden Seiten der nonoralen Kommunikation, sich wieder Gespräch oder Lesestoff zuzuwenden. Eigentlich schade. Hoffentlich sind die nächstes Mal auch wieder dort, mich würde brennend interessieren, ob mein MP3-Spieler auch auf Zungenschlag reagiert. Ja, sowas passiert da. Und dort liegt an anderer Stelle.

Aktuell im Ohr: The Stranglers – Nice in Nice

Jaaa, gib mir Tiernamen!

Abgelegt unter: Backblech | 24.02.2009 (8:39) |

Die blechernen Fortbewegungsmittel unserer Zeit unterscheiden sich meistens nur noch marginal von Föhn und Kaffeemaschine. Viel Plastik, wenig Metall und die Hybridautos sehen auch einem Radiowecker tendenziell ähnlicher als einem Auto. Das Design, welches über Jahre hinweg noch für Augenbrauenvertikalbewegungen sorgen mochte, läuft sich je länger desto tot. Wenn keine Logos auf den Fahrzeugen wären, man hätte Mühe zu erkennen, was es denn so ist. Meistens. Was also tun? Man klebt kleine Schildchen mit lustigen Namen drauf, um Assoziationen zu wecken. Nehmen wir den VW Touareg, den Wüstennomaden, dem Fahrer das Gefühl vermittelnd, ein Abenteurer zu sein, der sich durch die wilde Sahara kämpft. In die Realität übertragen ist es aber ein Bürowallach (Hengst wär übertrieben), der schon jammert, wenn er im Sommer Sand in den Lederschuh bekommt, in dem er barfüssig steckt, um den Kontakt zur Natur zu spüren.

Was haben wir denn noch? Suzuki Splash. Splash. Ein Kleinwagen. Alles was mir dazu einfällt ist das Geräusch, das er macht, wenn man ihn von der Klippe schubst. Klingt zumindest etwas knackiger als Suzuki Plitsch. Smarts (oder heissen die in der bunten Massenanhäufung Smarties?) heben sich optisch von der Masse ab, sind aber anscheinend innerhalb ihrer Gattung noch in Spezies unterteilt: es gab den forfour für fier, ähm vier. Es gibt den fortwo für zwei. Vorschlag: der for1f@. Das Autokondom für den fülligen und füllenden Stadtpiloten, liegt gut an, trägt nicht auf und liest sich cool.

Seat Ibiza. Cordoba. Toledo. Alhambra. Olé! nein, den Olé gibt’s nicht, ist aber wohl nur eine Frage der Zeit. Was mir allerdings fehlt, innerhalb der Latinoreihe: der Seat Malle. Der könnte Serienmässig mit Trinkhalmhalter und in den Seitentüren eingebauten Kotztüten geliefert werden. Hier bitte NICHT in den Seitenaufprallschutz reihern, das könnte zu unliebsamem Wiedersehen mit vergangenen Mageninhälten führen. Einige Autoschmieden versuchen schon gar nicht, originell zu sein und benennen ihre Fahrzeuge mit Zahle. BMW hat so Nummernserien, die mir nicht einleuchten. Porsche früher auch, nennt inzwischen aber gerne ein Auto nach Gewürz (Slogan: “Bringt Pfeffer untern Arsch”). Muss ein deutsches Problem sein. Audi. A6. A5. A4. Versenkt.

Aktuell im Ohr: Das Knattern einer echten Espressomaschine. Ohne Räder.

Klugscheissing for Beginners

Abgelegt unter: Backblech | 22.02.2009 (12:45) |

Einfach mal um es klarzustellen: Es heisst nicht “Hiirogliiphen”. Auch nicht “Hüüroglüüphen”. Und schon gar nicht “Hüürogliiphen”. Es hat bei Hiero kein Ü drin, verdammt. Hiiroglüüphen. Kann echt nicht so schwer sein, grad wenn man es von der Herkunft ableitet. Die ersten Historiker, welche die Grabkammern öffneten damals, trafen auf Zeichen an den Wänden und waren voll buph. Also baff, aber das waren ja Engländer. Obwohl, wenn da buph steht, lesen es die Berner wieder als böff. Da heisst ein Bus auch Bös. Da sagen die HipHopKiddies auch Mödderfögger. Aber egal. Also stand Dr. arch. Sowieso und staunte und rief zu seinen Leuten: Here! Oh! Glyphs! Und ein anderer rief: There! Oh! More Glyphs! Aber im Nachhinein wurde entschieden, dass erstentdeckung zählt und Deromorglyphen auch eine blöde Bezeichnung ist.

Wo wir grade bei Frühgesshichte sind, behaupte ich doch ganz salopp, dass Feuer nur aus einem Grund entdeckt wurde: Höhlenfürze. Unsere Vorfahren… unsere Vorgänge, denn das Rad kam ja erst später, hausten in Höh… nein, die hausten nicht, die höhlten, weil… genau, keine Häuser. Also, die suchten sich Räumlichkeiten, die selten mehr als einen Zugang hatten und um Wärme zu behalten, musste der Wohnbereich etwas höher liegen. Nun steigen auch gewisse Gase und sammeln sich ebenfall. Kommt dazu, dass damals noch voll auf Rohkost gesetzt wurde (die auch Fleisch beinhaltete, möchte ich erwähnt haben), was Blähungen sehr förderlich war. Also nichts wie los, Feuer entdecken, damit man später Zündhölzchen basteln konnte, um vollgemiefte Räume ganz flott zu entmuffen. Damals waren es halt noch Fackeln. Deshalb auch der Ausdruck “wenn es stinkt, nicht lange fackeln” und schon ist gut. Das hat sich bis heute durchgesetzt. Obwohl ich nach gewissen Vorsitzern in einigen Lokalitäten immer etwas Angst habe, dass das ganze Kabäuschen in die Luft fliegt, wenn man Feuer rein hält. Das mag aber dann auch an der Ernährung liegen. Was mich irgendwie wieder zum Thema Klugscheissen bringt. Hm.

Aktuell im Ohr: Frozen Plasma – War/Flashbacks

Herzscherz

Abgelegt unter: Backblech | 19.02.2009 (20:09) |

Er liegt hinter uns! Überstanden! Überlebt! Ich meine nicht Freitag den Dreizehnten, sondern Valentin den Vierzehnten. Zum ersteren gibt es eine ganze Filmreihe, zu zweiterem bizarrerweise nicht, obwohl sich das Slasher-Thema durchaus anbieten würde. Aber ich bin ja nur neidisch, weil ich Single bin und es zur Tour-de-Force wird, am Samstag Lebensmittel zu finden, die weder herzförmig sind noch Rosendeko tragen. Und weil ich meine Neujahrsvorsätze, keine Vorsätze zu machen, dadurch breche, mir einen zu machen und diesen dann auch noch zu brechen. Ich bin schwach. Also hab ich mich wieder bei einem Singleportal angemeldet. Obwohl ich weiss, welche übersteigerten Anforderungen die Hühner dort haben. Als erstes stand in meinem Motto: “Ich mag nicht aussehen wie Brad Pitt, dafür siehst Du nicht aus wie Angelina Jolie”. Das habe ich dann allerdings recht flott wieder geändert. Ich wollte ja nicht mit der Tür aus dem Haus fallen.

In einem sind sich die Damen ja einig. Sie wollen einen intelligenten, witzigen Mann, der gut kommunizieren kann. Unser Gehirn sagt aber, sobald wir eines potentiellen Partners ansichtig werden, in ungefähr Nullkommanullvier Sekunden: BOAH, den/die will ich knallen! Sofort! Auf dem Küchentisch, dem Parkplatz oder der eigenen Hochzeit. Oder eben nicht. Oder nur gegen Geld. Das Phänomen nennt sich “selfish brain” und das schreit nur nach dem Besten und nach Zucker. Also bis das Gehirn einer feinzüngig formulierten Textbotschaftgewahr wird, ist es scheissegal, was oder wie geschrieben worden ist, der Sender mag schon lange abgehakt sein. Gene und Hormone. Der Mensch ist auch nur ein Tier. Jetzt ist aber das Hirn voll auf dem Ego-Trip und strebt nach den Sternen, einer Studie zufolge bekommen wir aber Partner, die in den allermeisten Fällen in der gleichen Attraktivitätsliga spielen. Ausnahmen dabei sind hässliche Geldsäcke oder Machofressen, die zwar ansehnliche Partnerinnen bekommen, die aber tendenziell persönlichkeitsgestört oder verschuldet sind. Oder beides. Also bleiben wir auf unserem Level und gucken uns dort um (gut, man schielt schonmal nach oben, man muss ja was zum träumen haben). Das gilt dann auch für Frauen auf Männersuche. Weil wenn ich so sehe, wer sich für MICH interessiert (ausgenommen die scharfen Russinnen, die aber auch nur Geld und Visum wollen, ich aber nicht bereit bin, viel Geld in gutes Aussehen und schlechten Geschmack zu stecken), und die Studie bedenke, dass gleiches Level und so, dann gibt mir das massiv zu denken. Hm. Ich geh jetzt auf den Crosstrainer, ein Peeling machen und Augenbrauen zupfen. Das geht so ja nicht.

Aktuell im Ohr: mind.in.a.box – Lament for Lost Dreams

Rosige Zeiten

Abgelegt unter: Geschmackssache | 13.02.2009 (8:24) |

In der Kaffeeecke des von uns frequentierten Personalrestaurants liegen diverseste dessertöse (und wie ich befürchte auch desaströse) Leckereien zum Erwerb aus. Ins Auge und ins Zentrum des gefühlten schlechten Geschmacks stiess mir kürzlich das Ansichtigwerden einer gelben Schokolade. Bananensplit. Es heisst doch schon “Iss keinen gelben Schnee”, wer weiss also, was das nun wieder soll. Gut mag ich keine Bananen. Sonst hätte mich wohl die Neugier gebissen und ich das Produkt und hätte einmal mehr Lebensmittel live testen müssen. Doch, das Schicksal meinte es gut mit anderen als mit mir und seit Neustem liegt auch eine Schokolade in Tuntenrosa auf: Swiss Organic Raspberry. Also auf gut deutsch: Schweizer weisse Schoggi mit Biohimbeeren. Kann man da noch widerstehen? Nein, kann ich nicht und so liegt eine Tafel vor mir. Das Packungsdesign als solches geht in Ordnung, nur die rosa Schokolade tut immer noch weh.

Nach Öffnen der Packung neige ich allerdings dazu, das tatsächliche Produkt nicht mehr als rosa oder pink, sondern eher als Mischung aus mattiertem, dunklem Plüschrötlich und mauviziertem Schräglila zu bezeichnen. Aber da alles ohne E und Farbstoffe hergestellt wird, gehe ich davon aus, dass ähnliche Farben in der Natur irgendwo vorkommen. Könnten. Sollten. Müssten. Der Geruch erinnert an weisse Osterhasen mit einem Hauch von undefinierbarem Eau de la Beere, was aber vielleicht auch an den Nachwirkungen meiner Krankphase liegen mag. Da verweigert die Nase eventuell gewisse Feinheiten. Aber dass der abgebrochene Riegel wie ein Schoggihase im Schritt riecht, daran halte ich fest. Zumindest zeigt die Bruchkante aber tatsächlich das Vorhandensein eingearbeiteter Beerenpartikel.

Der Geschmackstest schlägt als erstes wirklich mit säuerlichen Himbeer-Fruchtnoten auf die Papillae. Die Schokolade als solche wird etwas unterdrückt, was mich allerdings nicht wundert, da diese Tafeln in Weiss eigentlich eher Fetti als Schoggi sind und als Träger von originärem Schokoladengeschmack seit jeher nicht so ganz ernstzunehmen sind. Was sie natürlich für die Implementierung jeglicher anderer Komponente ideal macht. Der Zusatzgeschmack wird erkannt, Zucker und Fett pushen den Geschmackswert noch weiter nach oben, aber wie gesagt. Es ist keine Schokolade. Zwischen Gaumen und Zunge bleibt beim Abgang ein eher trockenpulvriges Gefühl zurück, nur hinten links und rechts an der Zungenseite winken zwei kleine Himbeergefühlchen leise Tschüss und zaubern durch die erkennbare Säure ein leicht debiles Grinsegesicht. So täuscht man Zuschauer. Irgendwie clever.

Aktuell im Ohr: Camouflage – One Fine Day

Grippenspiel

Abgelegt unter: Backblech | 11.02.2009 (10:51) |

Hat schon jemand versucht, mit entzündeten Stimmbändern per Telefon einen Arzttermin zu organisieren? “Hchochäääächechchäääch.” – “Aha, Sie hätten bestimmt gerne einen Termin?” – “Mmhm!” – “Können Sie mir noch Ihren Vornamen nennen?” – “Mchachääächchchichchch.” – “Geht Viertel nach Zehn?” – “Mmhm!”. Erstaunlich. Praxisassistentinnen müssen ein sehr geschultes Ohr haben, denn meine Akte lag korrekt bereit, als ich dort eingetrudelt bin. Ein Ohr, wie die Apotheker ein Auge benötigen, um die Sauklauen von Ärzten zu entziffern. Ein früherer Hausarzt hat es allerdings auch schon geschafft, dass ich mit dem Apotheker (ein echter Profi auf seinem Gebiet) fünf Minuten über dem Rezept gebrütet habe, bis wir drauf kamen, was mir verschrieben wurde. Aber diesmal sagte das Röntgenbild mehr als tausend Chchchch (und ich will jetzt keinen blöden Kommentar aus dem Ausland, wir würden doch immer so klingen). Neben den angefransten Stimmbändern auch noch eine verschleimte Lunge. Klingt lecker. Der Hinweis, ich solle mich möglichst ausruhen, aber NICHT auf der Seite liegend, weil sich sonst der jeweils untere Lungenflügel abschaltet, machte mich ein KLEIN wenig panisch. Erholt euch mal, wenn ihr im Bett liegt, zur Decke starrt und denkt “Ich darf mich nicht drehen, ich darf mich nicht drehen,…”.

Also hab ich mich aufs Sofa gepackt und, man soll die wache Zeit ja nutzen, DVD’s rausgekramt, die ich schon länger mal gucken wollte. Doofe Idee. Oder doofer Patient, denn grundsätzlich sehe ich Filme im Original mit Untertiteln. Synchronisationen finde ich in den allermeisten Fällen zum Kreischen. Die Untertitel deswegen, weil trotz gutem Englisch halt gerne im Genuschel oder in Explosionen und Geballer die elementaren Textinformationen verschwimmen. Allerdings verschwimmen unter Einsatz eines Medikamentenkontingents, mit dem man locker ein Drittweltland versorgen könnte auch die Untertitel. Schräge Nebenwirkungen meines Gesamtzustandes waren unter anderem sandpapierbehandelte Augäpfel. Trocken wie ein Furz im Wüstenwind. So legte ich also die Filme, die ich noch nicht kannte zur Seite und kramte die Filme raus, die mich erfahrungsgemäss auf der Gefühlsebene erwischen (ja, ich oute mich als Filmschluchzer) um meine Optik zu befeuchten. Hat tatsächlich funktioniert. Da ich den gleichen Effekt auch mit Musik erreiche, wenn nur die richtigen Erinnerungen getriggert werden, muss ich wohl in den nächsten Tagen wieder meine MP3-Sammlung thematisch sortieren. Dank der halbgaren Genesungsphase meiner Stimme kann ich auch in einer rattigen Basslage mitsingen statt immer zu überschlagen. Meine Nachbarn werden mir dankbarer sein als sonst und die Bazillen ergreifen panisch die Flucht. So ist allen geholfen und ich kann auch wieder erkennen, was ich tippe. Man möge die paar Tage Aussetzer entschuldige. Chchchchch.

Aktuell im Ohr: Covenant -  Ritual Noise

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