{"id":166,"date":"2013-12-29T11:38:31","date_gmt":"2013-12-29T09:38:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kay-x.net\/log\/?p=166"},"modified":"2013-12-29T11:38:31","modified_gmt":"2013-12-29T09:38:31","slug":"content-bedeutet-inhalt-aber-auch-zufrieden-aha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kay-x.net\/log\/2013\/12\/29\/content-bedeutet-inhalt-aber-auch-zufrieden-aha\/","title":{"rendered":"Content bedeutet &ldquo;Inhalt&rdquo;. Aber auch &ldquo;zufrieden&rdquo;. Aha."},"content":{"rendered":"<p>Web 2.0, hach, was haben wir uns \u00fcber dich gefreut. Endlich durfte jeder mitspielen. Wirklich jeder. Jeder. Echt jetzt. Jeder. Jede. Alle. Der billigste Internetanschluss reichte schon aus, um ein Teil zu werden. Teil nehmen. Teil haben lassen. Teilen. Oder neu-denglish: sharen. Im Nachhinein allerdings w\u00e4re ich daf\u00fcr, dass die meisten Teilhabenlasser geviershared werden sollten. Nichts dagegen, dass Menschen mit Talent ihre Beitr\u00e4ge endlich einfacher publizieren und ein Publikum erreichen k\u00f6nnen, aber wie schon meine alte AQ-Formel sagt: &#8222;Je mehr Personen, desto mehr Arschl\u00f6cher&#8220;\u009d. Oder in anderem Sinne: Je mehr Personen mit Talent, desto mehr Vollpfeifen. Ich sch\u00e4tze ein Ratio von 1:37, wobei leider die 1 oft untergeht. Soziale Netze sind so freundlich und verteilen Schrott mit dem Tempo einer Zombie-Epidemie und wir wissen alle aus Film und Fernsehen, wo das hinf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Beispiel Musik: YouTube. Fr\u00fcher war ein Remix eine Neuinterpretation eines Musikst\u00fcckes. Dabei zerlegt der Remixer das Original in kleine St\u00fccke und setzt sie neu zusammen, ver\u00e4ndert die Stimmung oder sogar das Genre. Heute ist ein Remix das Original, nur beschleunigt und mit einem unpassenden Beat unterlegt (Dance Mix). Ist der Beat noch schneller und h\u00e4rter, wird daraus ein Techno Mix. Und nach der H\u00e4ufigkeit der Dubstep Mixe zu urteilen, wird die Billigsoftware f\u00fcr Musikbearbeitung standardm\u00e4ssig damit ausgeliefert.<\/p>\n<p>Beispiel Literatur: Amazon und Apple. Fr\u00fcher war ein Buch ein durchdachtes Werk, lektoriert und korrigiert, der Verlag wollte seine Eink\u00fcnfte f\u00fcr den Produktionsaufwand sichern und demzufolge den Lesern keinen Schrott zumuten. Heute ist ein Buch meistens nur noch eine Zumutung. Zweihundert Seiten Blocksatz Fliesstext, keine Ahnung, was ein Satzspiegel ist. Logikl\u00f6cher, Fallfehler oder einfach nur eine nichtexistente Geschichte (bei Prosa, nicht in einem Sachbuch). Der Satz &#8222;Wow, du solltest ein Buch schreiben!&#8220;\u009d wird zum Ersatz f\u00fcr &#8222;Wir werden alle sterben!&#8220;\u009d (zumindest geistig). Immerhin ist der Trash mit 99 Cent billig, f\u00fcr ein Buch aber um etwa 20 Euro zu teuer.<\/p>\n<p>Beispiel Fotografie: Instagram. Fr\u00fcher war ein Foto eine brillante Momentaufnahme, ein Gl\u00fcckstreffer oder eine Konstruktion mit Aussage. Das Ergebnis schaffte es in Magazine, in Museen oder sogar als Print an die heimische Wand. Heute ist ein Foto einer von zig Millionen Schnellsch\u00fcssen, die weder sch\u00f6n, originell oder aufregend sind und auch nicht besser werden, weil man einen Farbfilter drauf legt. Ich pl\u00e4diere f\u00fcr Instadelete, das automatisch jeden optischen Dreck noch vor der Verbreitung l\u00f6scht. Ich werde Duckfaces und jeglichen &#8222;Trend&#8220;\u009d wie Planking oder andere *ings furchtbar vermissen. Dann bekommt auch der Self Shot im Badezimmer wieder zu seiner alten Bedeutung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nein, fr\u00fcher war nicht alles besser. Gab Ausnahmen. Fr\u00fcher wie heute. Aber fr\u00fcher war es einfacher, Schwachsinn zu filtern.<\/p>\n<p>Aktuell im Ohr: Lily Allen &#8222;\u201c Fuck You (kein Remix)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Web 2.0, hach, was haben wir uns \u00fcber dich gefreut. Endlich durfte jeder mitspielen. Wirklich jeder. Jeder. Echt jetzt. Jeder. Jede. Alle. Der billigste Internetanschluss reichte schon aus, um ein Teil zu werden. Teil nehmen. Teil haben lassen. Teilen. Oder neu-denglish: sharen. Im Nachhinein&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[5,4],"tags":[],"class_list":["post-166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-backblech","category-geschmackssache"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pdv7H-2G","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=166"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":167,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions\/167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kay-x.net\/log\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}