Feb 24, 2009 - Backblech    2 Comments

Jaaa, gib mir Tiernamen!

Die blechernen Fortbewegungsmittel unserer Zeit unterscheiden sich meistens nur noch marginal von Föhn und Kaffeemaschine. Viel Plastik, wenig Metall und die Hybridautos sehen auch einem Radiowecker tendenziell ähnlicher als einem Auto. Das Design, welches über Jahre hinweg noch für Augenbrauenvertikalbewegungen sorgen mochte, läuft sich je länger desto tot. Wenn keine Logos auf den Fahrzeugen wären, man hätte Mühe zu erkennen, was es denn so ist. Meistens. Was also tun? Man klebt kleine Schildchen mit lustigen Namen drauf, um Assoziationen zu wecken. Nehmen wir den VW Touareg, den Wüstennomaden, dem Fahrer das Gefühl vermittelnd, ein Abenteurer zu sein, der sich durch die wilde Sahara kämpft. In die Realität übertragen ist es aber ein Bürowallach (Hengst wär übertrieben), der schon jammert, wenn er im Sommer Sand in den Lederschuh bekommt, in dem er barfüssig steckt, um den Kontakt zur Natur zu spüren.

Was haben wir denn noch? Suzuki Splash. Splash. Ein Kleinwagen. Alles was mir dazu einfällt ist das Geräusch, das er macht, wenn man ihn von der Klippe schubst. Klingt zumindest etwas knackiger als Suzuki Plitsch. Smarts (oder heissen die in der bunten Massenanhäufung Smarties?) heben sich optisch von der Masse ab, sind aber anscheinend innerhalb ihrer Gattung noch in Spezies unterteilt: es gab den forfour für fier, ähm vier. Es gibt den fortwo für zwei. Vorschlag: der for1f@. Das Autokondom für den fülligen und füllenden Stadtpiloten, liegt gut an, trägt nicht auf und liest sich cool.

Seat Ibiza. Cordoba. Toledo. Alhambra. Olé! nein, den Olé gibt’s nicht, ist aber wohl nur eine Frage der Zeit. Was mir allerdings fehlt, innerhalb der Latinoreihe: der Seat Malle. Der könnte Serienmässig mit Trinkhalmhalter und in den Seitentüren eingebauten Kotztüten geliefert werden. Hier bitte NICHT in den Seitenaufprallschutz reihern, das könnte zu unliebsamem Wiedersehen mit vergangenen Mageninhälten führen. Einige Autoschmieden versuchen schon gar nicht, originell zu sein und benennen ihre Fahrzeuge mit Zahle. BMW hat so Nummernserien, die mir nicht einleuchten. Porsche früher auch, nennt inzwischen aber gerne ein Auto nach Gewürz (Slogan: „Bringt Pfeffer untern Arsch“). Muss ein deutsches Problem sein. Audi. A6. A5. A4. Versenkt.

Aktuell im Ohr: Das Knattern einer echten Espressomaschine. Ohne Räder.

2 Comments

  • ja, autonamen sind ein spannendes… oder eben todlangweiliges thema. japanische hersteller greifen auch mal zu computergenerierten buchstaben konstellationen. unvergessen auch der mitsubishi pajero, der in spanischsprachigen ländern montero heissen muss, weil der eigentliche name als beleidigung gilt. ebenfalls lustig war der chevy nova, den man auch als „geht nicht“ (no va) lesen konnte.

    bei den bmw-zahlen kann ich Dir übrigens helfen. die normalen reihen (1,3,5,7) haben jeweils zwei zahlen dahinter, die den hubraum in deziliter beziffern. dazu kamen in den letzten jahren verschiedene x- und z-modelle. x steht dabei für (pseudo-)geländewagen, z für sportwagen.

  • aaaha! schon wieder was gelernt. danke ;)

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