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Jul 10, 2009 - Backblech    1 Comment

Karmakannmichmal

Beim Ãœberarbeiten der alten Texte fiel mir etwas auf. Richtig gut werde ich dann, wenn ich den zynischen Arsch raushängen lasse (sinngemäss, mein Arsch ist nicht schwabblig genug, um zu hängen). Das hat allerdings einen direkten Einfluss auf mein Karmapunktekonto und schliesslich will man doch am Ende des Lebens irgendwie gut dastehen, zurückblicken und feststellen, man war nicht nur schlecht. So wie mich das Universum behandelt, muss ich aber feststellen, dass mein Konto sich wohl in Tiefen eines Marianengrabens aufhält, denn was ich auch Gutes tue, nix mit Karmabilanz aufwärts. Ob Karma von der UBS gemanaget wird? Das würde Erklärungen bieten. Also stehe ich vor der Entscheidung, weiterhin gut zu sein oder… ach, fuck it. Wenn schon, denn schon. Sollte ich in die Hölle kommen, dann wenigstens unter dem Anspruch, dass die mich schnellstmöglich wieder loswerden wollen.

Bloss, was ist aus der Welt geworden in der Zeit, in der ich wenig geschrieben habe? Nichts! Man sollte doch meinen, dass die Evolution gelegentlich auch bemerkt, was sie angerichtet hat. Aber nein. Es lassen sich noch immer „Menschen“ in Big Brother-Container sperren. Es gibt immer noch zu viel Mensch in zu wenig Klamotten. Es gibt noch immer Castingshows und die werden durch Wiederholung nicht besser. Na gut, inzwischen existieren Casting-Recycling-Shows. Beispiel MTV, wo der Poisonsänger sich (nach dem Bachelor, Flava Flav und wem auch sonst noch) in einer Castingshow die grosse Liebe (MWAHAHAHAHAHA) sucht. Aha. Freakshow. Nach ich glaube nun zwei Staffeln existieren auch genug Rausgeworfene, Abgeschobene, Aussortierte, um alle zusammen in eine Lerne-Dich-zu-Benehmen-Castingshow zu packen. Diese wird moderiert von niemand anderem als Sharon Osbourne (richtig, die Ehefrau von Ozzy). Benimm-Schule. Hallo? Zu Hause mit den durchgeknallten Drogenfreaks (die Kinder, Ozzy lassen wir aussen vor) nicht genug ausgelastet? Vielleicht ist es auch eine Benimmlehrerinnen-Castingshow und die aus etwelchen Pflanzen gezüchteten Mutantenzicken (die können nur aus dem Labor stammen, ich weigere mich zu glauben, dass die echt sind) dienen dazu, die Mutterfähigkeiten auf die äusserste Probe zu stellen. Mal sehen, ob Sharon nächstes Mal noch dabei ist. Muss ich doch fast nochmals reinschauen. Und darauf hoffen, dass inzwischen jemand oder etwas auftaucht, was sich gepflegt beleidigen lässt.

Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk – Suffer in Silence

Jul 8, 2009 - Backblech    2 Comments

Beinahe Weihnachten…

Lange dachte ich, es wäre eine gute Idee, die ganzen alten Ein- und Beiträge auszugraben und sie auf Papier rauszugeben, um fett Kohle zu machen. Das würde allerdings voraussetzen, dass sich dazu jemand hinreissen liesse. Oder ich mich hinreissen liesse, die Arbeit zu machen. Da an dieser Stelle das Unrealitätsprinzip auf sich selber trifft, lasse ich das geistig zwar noch nicht sterben, aber so richtig Bock hab ich noch nicht. Ahaber, ich wär ja nicht ich, also eigentlich falsch, weil ich mach grad was Nettes und das wär an sich nicht ich, sondern eben. Genau. Für alle diejenigen also, die den ganzen ollen Schrott vermissen, den ich von 2001 bis 2007 abgelassen habe:

Das „Tage“-Buch historisch und hysterisch – (fast) alle vorherigen Einträge (inklusive Kommentare), ein paar werden noch ausgemustert oder bereinigt, weil Links, Bilder oder Personen nicht mehr funktionieren. Derzeit sind die Umlaute noch kaputt, aber da arbeite ich mich nach und nach durch. Ansonsten seht es als Quiz, bei drei Umlauten steigt ihr sicherlich durch, was gemeint ist.

Falls doch jemand der Meinung ist, die Papiervariante würde sich verkaufen, dann möge man mir die Titel der „besten“ Beiträge zukommen lassen. Danke schön.

Aktuell im Ohr: IAMX – Kingdom of the Welcome Addiction

Jul 6, 2009 - Backblech    No Comments

Besser früher spät als später früh

Zeitreisen sind eine kuriose und nicht ganz unkomplizierte Geschichte. Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme macht es wohl auch nicht einfacher, eventuell wird es sogar schlimmer und oftmals passiert auch einfach nichts. Wenn man grade etwas ganz Leckeres gegessen hat, hilft es beispielsweise nicht, wenn man nochmals zurückspringt und von vorne isst. Den vollen Magen nimmt man ja mit in die Vergangenheit. Dieser Zeitsprung würde nur etwas bringen, wären die Portionen zwar yummy, aber extrem mickrig und das Problem ist nicht der volle Bauch, sondern die leere Schüssel. Bringt andererseits das Überspringen eines Zahnarzttermines einen konkreten Effekt? Ich habe immer noch Zahnweh, bekomme eine Rechnung, doch das Problem bleibt bestehen. Nur muss ich bis in alle Zeit mit dem Wissen umgehen, dass ich eine Memme bin. Oder ich springe zurück und entmemme mich.

Ohnehin, wenn man die Wahl hätte, einen einzigen Zeitsprung zu tätigen (inklusive Rückflug), welche Richtung und welchen Zweck würde man wählen? Da gibt es die Möglichkeiten der Bereicherung, des wissenschaftlichen Interesses und und und. Aber was, wenn nur die Wahl besteht, in seinem eigenen Leben rumzuwurschteln? Was natürlich auch wieder nicht geht, weil ja alles doch zusammenhängt. Springe ich zurück und stelle eine Weiche anders im Leben, komme zurück und entdecke, dass ich ein kompletter Depp geworden bin? Springe ich nach vorn, um zu sehen, dass ich ein kompletter Depp werden werde, unternehme alles dagegen und verdeppe noch viel mehr? Was würde ich eigentlich anders machen wollen, könnte ich es ändern? Würde ich? Na gut, die Lachsnudeln mit dem Zwiebelbett drunter, die mich kotzenderweise durch Weihnachten gebracht haben vor einigen Jahren, die würde ich wohl ausfallen lassen. Ich glaube, da wäre ein Flussdiagramm durchaus eine interessante Spielvariante, falls die Sitzungengelegentlich langweilig ausfallen. Das Weiterspinnen, wie es hätte sein können, wenn… Was aber übrig bleibt ist das Jetzt. Da kann man eigentlich nur versuchen Dinge zu tun, an die man sich in der Zukunft gerne erinnert und bei denen man sicher ist, sie rückblickend nicht ändern zu wollen. Darauf ein Gläschen! Blitz! Darauf ein Gläschen! Blitz! Darauf ein Gläschen! Blitz! Zeitreisen sind eine kuriose und nicht ganz unkomplizierte Geschichte.

Aktuell im Ohr: ATB – Future Memories

Jun 27, 2009 - Backblech    No Comments

Körperteilung

Bei den verschiedensten Diskussionen über die aktuellen Möglichkeiten der Körperoptimierungschirurgie geht es einmal ums Zufügen (Oberweite und Lippen) oder dann wieder ums Wegnehmen (Falten und Fett). Dabei handelt es sich aber jedesmal nur um oberflächliche Veränderungen wie Spoiler ja oder nein, legen wir tiefer oder bügeln wir ein paar Dellen aus. Obwohl es sich doch anbieten würde, im Kern zu tunen. Bei MTV wird ausser einigen minimalen Basiskomponenten bar jedes Sinnes alles komplett entfernt. Bei Autos macht es Sinn, wenn dafür neuer Krims reinkommt, beim humanen Bodykit bin ich mir da gar nicht so sicher. Da fällt es meist doch gar nicht auf, wenn ein Teil fehlt, nein, meistens lebt es sich sogar leichter! Beispiel sind alle Nachtquizmoderatoren, die funktionieren ohne Gehirn auch tadellos. Als weiteres Feature hätte ich persönlich auf das Wiedereinsetzen der Stimmbänder verzichtet, aber ich bin ja nur Laie. Was, aber wenn sogenannte Primärorgane fehlen?

Der Magen: Hilft zwar bei der Verdauung, produziert allerdings heftige Salzsäure, ist also eine Gefahr für die Umgebung. Menschen mit Magenband schiessen die Nahrung abgekürzt durch und leben trotzdem,heisst: Magen kann raus. Kein saures Aufstossen mehr und es gibt weniger zu Kotzen, weil das alles schon halbwegs auf dem Weg zum anderen Ausgang ist. Nur Vorteile.
Die Gallenblase: In früheren Zeiten nötig für den Abbau schwieriger Nahrung wie rohem Fleisch, Fett und anderen leckeren Sachen. Durch die zwanghafte Gesundernährung der aktuell ansässigen Zivilisation extrem sinnlos. Ressourcenfresser. Weg damit.
Die Leber: In Krisenzeiten scheinbar vonnöten, da dort der Alkohol abgebaut wird. Hallo? Wir haben eine Krise, da will ich den nicht abgebaut haben. Der soll gefälligst drin bleiben! Baut sie nicht ab, geht sie durch zu viel Arbeit auch nicht kaputt. Kusch!
Der Darm, bzw die Därme: Davon haben wir einige Meter mit unterschiedlichen Aufgaben. Nutzen wir die Kenntnisse moderner Navigationssysteme: Wenn es einen Schleichweg gibt, warum fahre ich dann vier Kilometer ums Kaff? Eben. Wir schneiden ein Stück raus und tackern den Schlauch irgendwo mittig zusammen. Sollen sich die verbleibenden Stücke halt etwas mehr anstrengen.
Die Nieren: Werden gelegentlich gerne gespendet, sind im Doppel also per se unnötig und demzufolge zu reduzieren. Nötig zum Giftstoffabbau, kann also seine Berechtigung haben, obwohl nach der Vornahme der vorgängig erwähntenen Anpassungen nichts lange genug im Körper bleibt, um Giftstoffe zu hinterlassen. Die Gefahr hingegen, Steine zu generieren bleibt bestehen, das tut weh und sowas wollen wir nicht in uns drin, also ebenfalls ab in die Tonne.
Die Lunge: Es soll möglich sein, mit einem Lungenflügel zu leben. Ist bestimmt möglich, aber EIN Flügel ist Blödsinn. Im Kreis fliegende Engel sind auch peinlich, also beide oder keinen. Spontan fällt mir kein Grund ein, warum ein Gefrierbeutel nicht als Ersatz dienen kann, also vorsorglich weg damit. Erspart den Rauchern auch diese hässlichen Bilder mit diesen schwarzen Klumpen Fleisch. Ist ja gruselig, aber wer drauf steht…
Das Gehirn: Mag sein, dass ein Stück zur Regelung der allernotwendigsten Funktionen sinnvoll ist. Aber das Hickhack um rechte oder linke Hälfte fällt dann schon weg, schliesslich liegt dann am Ende nur noch ein Art Dörrpflaume in der Schale und kann sich erst noch entfalten. Schädeldäcke abfräsen, Erde rein und Blumen Pflanzen, warum nicht, allerdings wäre das stark rechtsgeprägt, was eigentlich nicht geht, weil weg. Nun, vielleicht lassen wir je Seite ein paar Gramm, damit keiner in die Küche pinkelt und jemand die Rechnungen bezahlt. Sollte reichen.
Das Herz: Das kann erfahrungsgemäss locker rausgerissen werden, das Restkonstrukt funktioniert auch ohne. Wenn jemand schwächelt kann der Blutfluss locker mit einer kleinen Handpumpe angetrieben werden oder bei Faulen mit einer Aquariumpumpe. Was für Fische gut ist, kann für uns, die ja von Meeresbewohnern weit entfernt (sehr, SEHR weit, aber immerhin) abstammen so schlecht nicht sein. Nur dann nicht mit Luft sondern Blut. Sonst wären wir wieder bei der Lunge.
Die Haut: Zwar unpraktisch, wird aber aus ästhetischen Gründen an Ort und Stelle belassen.

Gesamthaft gesehen haben wir nun also viel mehr Platz, verschwenden weniger Zeit mit Schlafen und Essen (weniger Betriebsgeräte verbrauchen weniger Antriebsmaterial) und alles in allem ist uns dann vermutlich ganz viel ganz ziemlich egal. Oder auch nicht. Aber zumindest das TV-Programm wäre erträglich.

Aktuell im Ohr: Akanoid – 100 Burning Guitars

Jun 10, 2009 - Backblech    3 Comments

Gesichtsausdrücke from Hell

Klamotten kaufen ist nicht direkt die männliche Paradedisziplin, aber wenn man schon mal zufällig bei H&M vorbei kommt und etwas sucht und dann ganz etwas Anderes findet, was will man schon machen. Mitnehmen, sonst muss man später nochmal hin und dann ist es Zwang. Ein klein wenig durch die Gänge schlendern, da mal etwas rauspicken, dann dort und am Ende an der Kasse stehen und die Verkaufsmaus schreit nach einer zusätzlichen Kasse. das fand ich nun noch nicht sooo besonders, das kann passieren, aber was dann ernsthaft im Gedächtnis blieb: die Frau, die neben mir zum Ausgang ging und mich mit ihren Blicken massakrierte. Weil meine Einkaufstüte doppelt so grass war wie ihre. Tja, Tussi, lerne beim Meister.

Weil Einkaufen durstig macht oder heiss, wenn man versehentlich in die Damenwäscheabteilung gerät, also bleibt einem nichts anderes übrig, als Feuchtigkeits- und Temperaturhaushalt wiederherzustellen. Wo läge das näher als beim Nachbarn von H&M: Vanilleshake bei McDoof. Einmal mehr kam ich allerdings zur Überzeugung, dass das Personal zwischen beiden Konzernen beliebig austauschbar ist. Intellenz scheint auf beiden Seiten nicht das härteste Auswahlkriterium bei der Rekrutierung zu sein (jaja, Ausnahmen, blabla). Also bestelle ich beim gelben M einen Shake und sehe genüsslich zu, wie sie mir einen McFlurry anfängt abzufüllen. Dies bemerkt sie in der Hälfte des Bechers, klatscht sich selber an die Stirn (leider NICHT die hand mit dem Becher), packt Becher weg und nimmt neuen (für MacFlurry, aber Inhalt Shake, und doch, es macht einen Unterschied, weil der Flurry-Deckel das Schlürferöhrchen kaputtdrückt) und füllt diesen. Auf dem Weg nach draussen Röhrli rein, Knicknack. Röhrli raus, Deckel ab, Deckel weg, neues Röhrli rein und was macht man als Erstes? So richtig herzhaft von unten von der kältesten Stelle richtig anziehen um dem Gaumen und darüber liegenden Gehirn einen tüchtigen Kälteschock zu verpassen, damit es weh tut. War mir nicht vergönnt. Was bitte hat Erdbeerkonzentrat in einem Vanilleshake zu suchen? Erdbeerkonzentrat! Unverflüssigt! Als ob man einen Riesenlöffel voll Konfitüre reinhaut. Zumindest hatte es noch genug andersgeschmackige (und kalte) Flüssigkeit im Becher. Grauslig. Karmabumerang. Darauf musste ich gleich noch zu NewYorker.

Aktuell im Ohr: Colony 5 – Phosphor

Jun 7, 2009 - Backblech    No Comments

Krötchen für Blödchen

Nun gut, ich gebe es zu, wir Schweizer haben in unserer Sprache dieses „LI“ tatsächlich. Aber nicht immer an jeder Stelle, an der ausserird… ausländische Besucher sie überall platzieren. Also, liebe Touristen, man beendet nicht ALLES mit LI. Klärli? Im Ãœbrigen ist ein LI auch nichts anderes als ein CHEN, schliesslich müssen wir uns über das CH auch schon genug anhören. Nun gab es wohl aber einen ganz hellen Produktedesigner, der druckte auf eine Packung mit Miniaturtortenböden (wie man sie beispielsweise für Erdbeertörtchen benutzt) die wunderbare Bezeichnung: „Törtli Bödchen“. Sehr konsequent. Eine Anbiederung an die Einheimischen und die Zugezogenen? Also entweder Törtli Bödeli oder Törtchen Bödchen, du Blödchen. Oder WENN schon mischen, dann Törtchen Bödeli, das hat immerhin ein minimales Sprachflüssli. Echtli. So öppis!

Apropos ötchen. Hing doch bei uns tatsächlich an der Tür der Poststelle (ja, da darf man so Zeugs aufhängen) ein Zettel mit Adresse und Telefonnummer und oben drüber gross: „Schildkröte entlaufen“. Schildkröte. Also bitte, das hätte man doch kommen sehen müssen. Ich mag mich jetzt nicht mehr so ganz an jede Zoologiestunde erinnern, aber ich glaube zu wissen, dass durch den Garten spurtende Schildis im weiten Bereich der Reptilien eine Minderheit darstellen dürften. Im Zoo dauert der Sex zwischen Galapagos-Schildkröten auch nur so verdammt lange, weil er einen halben Tag braucht, um rauf zu kommen. Also wie stelle ich mir einen entlaufende Hausschildkröte vor? Ninja Turtle? Versehentlich Red Bull in den Napf bekommen? Buddelt die Kleine einen Tunnel? Das wäre eine Möglichkeit! Das würde auch nur etwa drei Wochen dauern, kann also sogar von einem (Achtung Klischee) Schweizer problemlos ohne forensische Kenntnisse erkannt werden. Vielleicht ist das lahme Getue auch nur ein heimtückischer Plan, mit dem wir seit Jahrhunderten zum Narren gehalten werden. Weltherrschaft oder das Ausbrechen aus dem ewigen Kopfsalatfressen. Also passt auf, Schildchröttlibesitzer, wenn euer kleines Tierchen euch beim Kauen von unten ansieht. Vielleicht zuckt es genau dann mit dem Panzer und scharrt mit den Füsschen. Und dann springt es euch an.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Tomorrow Never Comes

Jun 6, 2009 - Backblech    2 Comments

Hast du mal kurz Zeit?

Wie unverfänglich doch gewisse Fragen klingen können. Da steht man am Bahnhof, vor einem Zug und antwortet mit „ja, eigentlich schon“ und schon sitzt man ohne Fahrkarte in einem Zug nach irgendwohin. Unterwegs erfährt man, dass „irgendwohin“ ein Ort ist, an den man eigentlich gar nicht will, beziehungsweise dort nicht hinginge. Auf einmal wird man aus dem Zug gescheucht und in einen anderen hinein (natürlich wieder ohne Fahrkarte, im letzten Zug wurde einem ja nicht verraten, wo die Endstation ist) und da hätte es noch nicht einmal einen Fahrkartenverkäufer gegeben sondern nur einen grossen bösen Bussgeldeintreiber. Wurde von euch schon jemand von Aliens entführt? Das muss sich so ähnlich anfühlen. Wahnsinn. Ich bin kriminell,ein Bad Boy. Banken ruinieren kann jedes Kind, aber unabsichtlich gezielt Schwarzfahren, das traut sich nur ein wahrer Kerl.

Dann geht das Scheuchen weiter, man wird wie Vieh durch ein Dorf getrieben, muss den Kopf nach rechts gedreht halten (an dieser Stelle habe ich den Ochsenzähmer vermisst), bekommt dadurch eine Halskehre und darf danach noch nicht einmal Halsknacken. Alles nur, weil sich links ein Hinweis darauf befindet, wohin man verschleppt wird. Links und rechts und auf einmal steht man vor einem Keller. FOLTER! PANIK! Minuten später hält man ein Glas Rotwein in der Hand und bekommt kulturell hochstehendes musikalisches Programm geboten. Latin-Flamenco-Jazz-Fusion. Hm. Was für eine Entführung sollte DAS denn sein? Brot und Spiele? Man ist verwirrt und gleichzeitig extrem happy. Dann schliesst sich die Zugtür, es fängt an zu regnen und man stellt fest, es war gar keine Entführung, sondern ein Traum. Ziemlich intensiv, ich sollte nochmals nachschauen, was in diesen Medikamenten so alles drin ist. Ich fahre nach Hause und schnippe mit den Fingern. Hm. Geiler Trip.

Aktuell im Ohr: The Veronicas – Untouched

Mai 31, 2009 - Backblech    No Comments

Das macht mir jetzt aber Angst

Ich werde ja gerne belächelt wegen meiner leicht gesteigerten Abneigung gegen Spinnen, was in der Fachsprache Arachnophobie genannt wird. Dabei wäre es viel angebrachter, sich über jene lustig zu machen, die eine wirklich schräge Phobie ihr Eigen nennen. Da wäre zum Beispiel die Alliumphobie, die Angst vor Zwiebeln und Knoblauch, die ich NICHT habe. Ich bin allergisch. Spannend finde ich besonders die Phobien, die schon keine Sau aussprechen kann (und für die es bestimmt auch eine gibt, die Angst vor zu langen Phobiebezeichnungen), wie zum Beispiel Paraskavedekatriaphobie. Die Betroffenen fürchten sich vor Freitag, dem 13. Und damit ist das Datum gemeint und nicht der Film. Was da allerdings je nachdem auch sinnvoll ist. Toppen kann man das mit Hexakosioihexekontahexaphobie (bezüglich Länge UND Absurdität): Angst vor der Zahl 666. Muss ein katholisches Phänomen sein, das nicht zusammen mit Papaphobie (Angst vor dem Papst) anzutreffen sein sollte.

Eine Autophobie ist im übrigen nicht die Angst vor Fahrzeugen, sondern vor dem Alleinesein was dann ganz blöd wird, wenn man gleichzeitig Platzangst hat (Agoraphobie, nicht zu verwechseln mit Angoraphoie, der Angst vor Wolle) und sich nicht auf Plätze traut. Fälschlicherweise haben nämlich Menschen in kuschelig engen Raumverhältnissen nicht Platzangst, sondern Keineplatzangst und das heisst dann auch Klaustrophobie. Der Name wiederum müsste eigentlich eher bei plagiatsgepeinigten Musikern zum Einsatz kommen. Eine Benennung muss also nicht zwingend Sinn machen. Aber eventuell litt der Bezeichner auch nur unter spontaner Verbophobie (Angst vor Wörtern) und hat spontan den Stift weggeworfen.

Was uns Männern aber schon immer Angst gemacht hat, sind Frauen. Bei schönen Frauen lässt sich das sogar benennen: Venustraphobie. Die Angst vor hässlichen Frauen scheint keines Namens zu bedürfen oder er lässt sich einfach schwerer finden. Mit der Angst vor Jungfrauen (Parthenophobie) müssen wir uns heutzutage eher selten beschäftigen, die Angst vor Teenagern hingegen dürfte vor allem Eltern ein Begriff sein (Ephebiphobie). In diesem Zusammenhang empfehle ich die Einführung folgender Angst: Campanasonusphobie. Angst vor Klingeltönen.

Aktuell im Ohr: Unheilig – Spiegelbild (Angst vor Spiegeln: Eisoptrophobie)

Mai 30, 2009 - Backblech    No Comments

Er spricht ja doch!

Für alle, die zweifelten, dass es a) Gott gibt oder b) er sich sowieso nie äussert, habe ich gestern an einer Wand in Zürich den Gegenbeweis gefunden. Es ist tatsächlich eine Zweiwegekommunikation, man muss nur wissen WO!

Mehr muss dazu wohl nicht gesagt werden.

Aktuell im Ohr: Akanoid – Usual Freaks

Apr 30, 2009 - Backblech    1 Comment

Keine Westen im Osten

Einkaufen zum Selbstzweck finde ich eigentlich gut. Die Wirtschaft soll angekurbelt sein, so habe ich ein gutes Gewissen und es bringt dem Land auch etwas in diesen krisengebeutelten Zeiten. Was allerdings blöd ist: wenn ich spontan etwas ganz Bestimmtes will, genau weiss, wie es auszusehen hat und dann hat es keiner. Wer wie ich auf jeden Werbeblödsinn reinfällt, wandert dann selbstredend zum Zürcher Hauptbahnhof, denn dort gibt’s alles. ALLES. Ein eigentliches Shoppingcenter. Alläääs. Nicht nur Zeitschriften und Fresskram, sogar Apotheken, Körperpflege der gehobenen Art, Elektronik, Schnickschnack und Klamotten. Und ich hatte die fixe Idee, nach einer Weste zu suchen. Warum? Gute Frage, aber egal. Wenn ich das hier schon schreibe, kann ich es nächstens einigen Leuten nicht erzählen, ohne als Wiederholungstäter abgewatscht zu werden.

Nun gibt es da auch Bekleidungsläden und zwar mit Stücken für grosse Frauen, kleine Frauen, junge Frauen, gesetztere Frauen, Frauen mit gutem Hintern, Frauen, die ihren Hintern nie hoch bekommen, Frauen mit grossen Füssen, Frauen auf grossem Fuss, Frauen mit Spass, Frauen mit Frust, stylishe Frauen, geschmacksresistene Frauen, arbeitende Frauen, geldausgebende Frauen, Singlefrauen, Frauen in Begleitung und langsam erkennt man wohl, worauf ich hinauswill: als Nichtfrau ist man gearscht! Ausser man sucht ein Geschenk, benötigt nur eine Kravatte oder einen Trainingsanzug. Oder eine Kravatte zum Trainingsanzug. Halt, stimmt nicht, ein Basecap liegt auch grade noch drin. Oder Schuhe… Ausgerechnet Schuhe. Ich fühlte mich dann auch ein wenig krisengebeutelt statt entgeldgebeutelt und zeigte der Wirtschaft einen gezielten Mittelfinger. Die will doch bloss, dass ich mein Geld in Frauen investiere, die würden dann die Kohle schon ausgeben.

Aktuell im Ohr: Lily Allen – The Fear

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