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Jan 26, 2009 - Backblech    1 Comment

Entgegen anderslautenden Annahmen bin ich nicht tot

Lässt man Kekse offen rumliegen, werden sie trocken, bröseln und zerfallen zu Staub. Bewahrt man sie in einer Dose auf, am besten zusammen mit einem Apfelschnitz (ich befürchte hier differiert das gute Deutsch wieder ganz massiv von Land zu Land, heisst das bei euch tatsächlich „Spalte“?), dann bleibt das Gebäck nicht nur länger knusprig, sondern tatsächlich geniessbar. Irgendwann wandelt sich aber auch das und der Keks wird nur noch härter. Beschleunigt durch eine Schleuder kann er locker Panzerstahl durchschlagen. Ja, in der Tat, der Keks ist mächtiger als das Schwert. Doch was könnte einen Keks bewegen, zur Waffe zu werden? Sich ein Cape umzuwerfen, die Maske aufzusetzen und sich durch die unsäglichen Weiten der internettschen Textwüsten zu krümeln? Seine Identität ohne Telefonzelle und bunte Strumpfhosen (obwohl, die haben ja…) zu wechseln und zurück zu kommen als DER KAYX? Ganz einfach:

BärchenEin Bild, das sich jetzt schon für alle Zeiten einen Platz unter meinen Lieblingen ergattert hat. Die beiden Puschelteddies, die schaffen, was viele sonst nicht gebacken kriegen: sich unter die Arme zu greifen. Nun, um genau zu sein, ETWAS tiefer. Nimmt man diese zwei und kombiniert sie mit der Ansicht auf eine 90-Kilo-Oma mir im Bus gegenüber, auf deren Plüschfellmantel eine ganze Tintenfabrik explodiert sein musste, dann ist das Grund genug. Ernsthaft. Ein riesiger Flauschball in Königsblau. Behängt mit Goldketten, drunter ein weisses T-Shirt mit Goldprint und so wie die geschnauft hat, lag ein Bezug zu Puff Mammy nahe. Oder Mummy wohl eher. Bär Bruno musste sterben, aber Blaubääre Elsa rennt frei rum. Nebenbei, ich kann mich irren, aber sehen lachende Menschen, ab einem gewissen Alter aufwärts eigentlich alle aus wie lippenamputierte Kampfhunde? Ich mache mir da schon etwas Sorgen.

Apropos Sorgen: Falls sich jemand solchige gemacht haben sollte: kein Grund. Nicht mehr. Der Bedarf einer Auszeit und seltsame Schlaufen im Ablaufprozess des Lebens mussten wohl sein. Irgendwann laufen dann Handlungsstränge oder Fäden zusammen und gipfeln in dem, was man wohl Konklusion nennt. Oder Höhepunkt. Aber wenn ich damit anfange, heisst es gleich wieder, ich hätte schmutzige Gedanken. Ts. ICH! Frühestens im dritten Beitrag. Obwohl.. Nein, lassen wir das. Auf jeden Fall ist einiges passiert, noch viel mehr ist nicht passiert und wenn man das ganze bunt zusammenmischt und knetet, gut durchbäckt und ein paar Streusel draufklebt, dann, ja dann, füllt sich auch die kayxdose wieder mit Stimmen.

Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk – Black Versus White

Apr 17, 2008 - Backblech    2 Comments

Klingelmisstöne

Wähle C1 und du erhältst den „Schnuffelsong“, wähle C2 und du erhältst „Two Hearts“, wähle C3 und du erhältst eins in die Fresse. Wozu sind eigentlich Klingeltöne da, ausser um Musiksendern Geld einzuspielen? Um zu nerven. Grundidee eines vom Telefon verursachten Geräusches ist das Aufmerksammachen auf einen eingehenden Anruf, den man dann möglichst bald entgegen nimmt. Dazu reicht ein „rrrrrring“ völlig aus. Nun lade ich aber einen Vierminutensong, bezahle den und will ihn entsprechend natürlich ganz hören, bevor ich abhebe, was einerseits meinen Anrufer stinkig macht (der hat keine Warteschleife oder den gleichen Sound, sondern tüüüt) und andereseits die Welt um mich herum. Vorzugsweise Bürokollegen oder Leidensgenossen in Bus oder Tram. Wo alle denken „Warum kann die dumme Sau nicht einfach den Anruf entgegen nehmen?“. Also wozu?

Und, aber da mag ich mich vielleicht von der Zielgruppe unterscheiden, ich höre Musik gerne in einer guten Qualität. Aber da die Zielgruppe auch Filme auf einem Display der Grösse Kaffeerahmdeckeli betrachtet, liege ich da vielleicht altersbedingt auf einer komplett falschen Schiene. Gestern neben mir lief ein grauenerregendes Rap-Produkt und abgesehen davon, dass es einfach nur schlecht war: Handys haben keinen Bass! Da klingt auch guter Rap beschissen. Vielleicht laufen deshalb diese putzigen Schnuffelklänge so gut. Zwar beschissen, aber kein Bass und genügend „oooh wie süss“-Teenies, die in der Post-Diddl-Ära eine Ersatzbefriedigung suchen.

Mag auch schlicht eine Gegenbewegung zu den rebellischen Hardcore-Mobile-Gangstas sein. Denn, werden die nicht alle aufgerufen, sich gegen Eltern und Schule aufzulehnen, indem sie für Erwachsene unhörbare Klingel“töne“ verwenden (super Werbung!). Erwachsene mögen ja teils technisch unbedarfter sein, aber wenn der Lehrer den Ton nicht hört, so wieht er aber mit ziemlicher Sicherheit einen Schüler mit dem Gerät am Ohr. Neueste Errungenschaft muss jedoch der Kampfhund auf dem Telefon sein. „Damit ist dein Handy vor allem geschützt“! Genau. Suuupi. Vor allem davor, dass es jemand in den See wirft. Wähle C4 und du erhältst „Underwater Love“.

Aktuell im Ohr: Freq – Dreambody

Apr 11, 2008 - Backblech    1 Comment

Gravity works

Was auch noch so geschah: Langzeitleser wissen, dass ich gerne seltsame Zeiterscheinungen auf die Probe stelle. Oder meine Fähigkeit mit Umwelteinflüssen umzugehen wie die Bäume und Bären in Kanada. Erfahrungsgemäss braucht man jedoch keine extremen Ferienauswüchse, es reicht ein kayx, eine Treppe und eine Wette mit der natur, dass ich die Schwerkraft überlisten kann. Kurz zusammen gefasst: ich habe verloren. In der späteren versuchten Rekonstruktion der Ereignisse müssen es wohl vier oder fünf Stufen gewesen sein, die ich voller Motivation übersprungen habe – oder eben nicht, denn vom folgenden Verhalten her, müsste wahrscheinlich der eine Fuss noch die Kante einer Stufe erwischt haben, um den optimalen Drall zu erhalten bei der Vernichtung körpereigenen Gewebes.

Mein Arzt meinte nach Ansicht meines Fusses (und dem Hineindrücken dreier Finger um zwei Zentimeter, es sah aus wie eine Bowlingkugel), so was Bizarres hätte er nun doch schon länger nicht mehr gesehen. Und ich sei ganz schön effektiv im Kaputtmachen. Normalerweise entwickelt der Mensch einen gewissen Stolz bei Erbringung von Leistungen, die einen von der Masse abheben, aber irgendwie wollte sich bei mir keine Begeisterung einstellen. Mein einziger Freund war dann das Röntgengerät, welches konstatierte, dass keine Knochen futsch waren (dafür alles drumrum). Noch so eine tolle Aussage: „Also beim Knochen wär alles viel einfacher gewesen“. Ab diesem Tag fand ich auch zweigeschossige Wohnungen nur noch doof. Eingeschossige auch. Eigentlich. Die Suppe hab ich vorzugsweise aus der Pfanne gelöffelt, mit zwei Krücken, einem Teller aber nur zwei Händen gestaltet sich der Transport einigermassen schwierig.

Aber alles hat auch sein Gutes. Ich hatte noch nie eine dermassen süsse Physiotherapeutin. Die schubst mich zwar um und bewirft mich mit Bällen, aber da muss ich wohl durch. Ebenfalls positiv zu bemerken ist, dass ich mir die Radwechselei am Auto gespart habe, da der Termin in der Werkstatt am Tag nach meinem Sturz angesetzt war und jetzt, da ich wieder auf die Strasse darf (ja, ich fahre einen Automaten, ja, natürlich war es der rechte Fuss und nein, ich bin nicht blöd genug um mit links zu fahren), ist auch der Winter bald vorbei. Hoffe ich doch. Also diese Woche war nochmal Schnee und Eis, aber grundsätzlich setzt sich die Idee Frühling wohl doch durch. Mag sein, dass die Vereiserei nur eine Verschwörung der Physionati ist, um den konstanten Nachschub an Patienten zu garantieren. Aber wenn ich wieder meine Schnucklige kriege, bringen wir eben dieses Opfer zum Wohle aller. Meine Güte, bin ich sozial.

Aktuell im Ohr: Charlie Clouser – Convoy (Soundtrack Resident Evil Extinction)

Mrz 28, 2008 - Backblech    3 Comments

Beute von Heute

Der Jäger und Sammler von heute definiert sich nicht über tote Tiere im rückwärtigen Garten, sondern über seine Gadgetkollektion. Extrem beliebt sind derzeit Dingerchen wie das iPhone, welches (buoaah, geiles Feature!) die Bilddarstellung ändert, je nachdem, ob man das Gerät hoch- oder quer hält. Meine erste Frage war, wie lange es dauert, bis das iPhone explodiert, wenn man es rotieren lässt um diese Funktion auszureizen. Ich vermute, nach so einer Frage gilt man als iDiot. Das iPhone wird vornehmlich wohl von Männern benutzt werden, denn geschminkte Frauen, welches dieses Gerät an der Wange hatten, werden wohl oder übel Teilabdrücke ihres Gesichtes auf dem Display wiederfinden (Achtung, nach kusssicherem Lippenstift auch telefoniersicheres Rouge) und, es ist ja ein Touchscreen, mit den Fingern die Pampe auch noch verschmieren. Jaja, Smartphone.

Mein neues Gadget ist ein Moleskine-Notizbuch, oldschool und schwarz, was den Sinn des schwarzen Büchleins für kayxdosen-Notizen extrem unterstützt. Allerdings heisst Mole Maulwurf und Skin Haut, weswegen ich mich schon frage, woraus die Bucheinbände eventuell hergestellt wurden. Oder das Band drumrum. Nagergedärme? Apropos Gedärme: Schweizer Cervelats, die wahrscheinlich meistgegessenen Würste und Namensgeber von C-Promis (Cervelat-Prominenz), sind vom Aussterben bedroht. Seit die Schweiz sich an gewisse EU-Richtlinien anlehnt, sind brasilianische Rinderdärme mit einem Importstop belegt und Mitte 2008 gehen die Vorräte aus und dann ist Schluss mit wurstig. Mit Ersatzdärmen wäre entweder die korrekte Krümmung nicht gegeben oder Geschmack und Farbe könnten sich verändern und auf dem Grill sehen die dann auch seltsam aus. Ein nationales Drama, wir werden unserer Identität beraubt. Unglaublich.

Aber zurück zu den Gadgets, den technischen. Grundsätzlich würd ich mir gerne schon länger etwas Schnickschnackiges kaufen, doch der Markt gibt derzeit nichts her, was ich mir leisten wollen würde und was ins Budget passt, ist nicht verfügbar. Der Hinweis meiner Raumkosmetikerin, dass mein Staubsauger langsam ausgehustet hat, nahm mir die weitergehende Entscheidung ab und ich kaufe die optimale Kombination: Den Gadgetstaubsauger. Einen Dyson. Kein Saugkraftverlust wie in Beziehungen, lustiges Design und nie wieder Beutel wechseln. Plus den Bonus, dass man nach dem energischen „FFFFUMBB“ des Hamstereinsaugens dem kleinen Kerlchen noch zuguckenkann, wie er im Staubbehälter rotiert. Ist wohl besser, hab ich keine Haustiere.

Aktuell im Ohr: Puff Daddy – Come with me

Mrz 18, 2008 - Backblech    2 Comments

Mein Kaffee heisst Peter

Geschirrklimpern, ein plärrendes Kleinkind aus dem unteren Stockwerk und das Zischen und Blubbern der riesigen Kaffeemaschine: Samstagvormittag bei Starbucks, Zeit für Leutegucken, einen Tall Americano (nicht wieder versehentlich die ganz grosse Version, in dem man einen Kleinstaat versenken kann) und einen fettfreien Muffin. Draussen scheint die Sonne, aus dem Blickwinkel sehe ich einen freien Puschelsessel und freu mich. Ich komm gleich an die Reihe, weil vor mir nur grad eine junge Frau steht. „Einen double macchiato caramel decaf yumyum double foam zisch sprinkel chocolate topping zum hier trinken“. An sich sind die Bestellungen schon bizarr genug, da fragt doch die Kassiererin nach dem Namen der Kundin. Ich frag mich noch, ob das jetzt was ganz Neues ist, da antwortet diese „Miriam“. Kassiererin lautstark zur Barista, die eineinhalb Meter wegsteht: „Einen double macchiato caramel decaf yumyum double foam zisch sprinkel chocolate topping zum hier trinken für Miriam!“ Mein Unterkiefer machte den Ansatz, sich zu einem ‚Öhm‘ zu senken, da brüllt die Barista zurück: „Einen double macchiato caramel decaf yumyum double foam zisch sprinkel chocolate topping zum hier trinken für Miriam!“

Mein Unterkiefer erstarrt an Stelle und dann bin ich auch schon an der Reihe und schon fliegt meine Bestellung (nur um einiges kürzer) durch den Kaffeeanrichtraum und zwei Meter weiter wird mir der tall Americano unter nennung meines namens in die Hand geschoben. Nicht ohne das Post-It mit dem Namen drauf, der 10 Sekunden vorher dran gepappt wurde, wieder zu entfernen. Noch völlig konfus schütte ich zu viel Zucker in die Tasse, such mir meinen Sessel und frage mich, was das soll. Eventuell ist das ein Single-Starbuck. Damit der geneigte Single zu Miriam hin kann um zu sagen „Hallo Miriam, ich hab gehört, du hast auch eine Latte?“ Nächsten Samstag werde ich mich vergewissern, dass sich die Idee nicht durchgesetzt hat. Oder nenne mich aus Spass Bartholomäus. Oder schicke einen Inder rein, der einen Vornamen in der Länge des Ganges besitzt. Und dann wollen wir mal hören, wie die das hinbekommen. Ich zieh dann meinen Sessel etwas näher zur Kasse.

Aktuell im Ohr: Fettes Brot – Das allererste Mal

Mrz 15, 2008 - Backblech    5 Comments

The Gebäck is back

Da hab ich es wohl doch noch geschafft. Leicht in der Zeit verschätzt, aber ich bin wieder da. Das böse schwarze Buch ist neu, der Stift gespitzt. Es ist ja im letzten halben Jahr auch einiges geschehen und es ist an der Zeit, Verschiedenes ans grausame, nichts beschönigende Tageslicht zu schleifen. Ich weiss, es sind auch eine Gazillion neuer Weblogs entstanden inzwischen, aber ich konnte mich schon einmal gegen einige Millionen Mitbewerber durchsetzen, also auf ein Neues.

Es ist schön, wieder da zu sein…

PS: Es mag sein, dass hier ab und an Gebastel herrscht, ich entdecke grade die Möglichkeiten.

Aktuell im Ohr: Bligg feat. Streichmusik Alder – Volksmusigg

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