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Apr 29, 2009 - Backblech    No Comments

Stirb du Schwan

Ist es nicht schön, wenn es Frühling wird und wie heute acht Grad ist und regnet? Nein, wirklich, Frühling ist schön, neben der Sonne kommen auch die Menschen wieder raus, kaum kitzeln die ersten warmen Strahlen das noch etwas grummelige Gras. Die Blümchen blühen, die Bäume treiben und die Menschen fühlen sich zueinander hingezogen und möchten es den Bäumen gleich tun. Aber warum immer gleich mit der Türe aus dem Haus fallen, statt für einmal aus dem Rahmen? Auch im Frühling muss es erst knospen. Wenn man sich bei warmem Wetter an einer netten Ecke auf eine Bank setzt, kann man das nämlich wunderbarst beobachten. Wie letztens am Zürisee, dieses Päärchen… Pärchen… diese zwei da.

Status: ich würde tippen, frisch anbandelnd, noch etwas zögerlich im Umgang miteinander, aber für mich als Laien sah es irgendwie nach flirten aus. Situation: Eine kleine Bucht voller Schwäne und im Hintergrund geht die Sonne über dem Hügelkamm unter (nette Farbverläufe, wie sich das gehört) und SIE sagt: Sieh nur, wie die Schwäne hier die Stimmung geniessen. Dann kommt natürlich der Kerl und erwidert: Da hat bestimmt einer eine Tüte Brot ins Wasser gekippt. Sie starrt ihn wiederum an und ruft: Du bist ja SOOOOOOOO unromantisch! Das bringt ihn wiederum schon beinahe in Defensivhaltung, schliesslich will er j anun auch nicht wie der Vollhonk dastehen und will grad irgendwas von sich geben (was die Situation vermutlich nicht im Geringsten beruhigt hätte, ist ja ein Kerl) da tritt ein paar Meter entfernt ein Mann ans Wasser und kippt eine Tüte Brot ins Wasser. Er bricht in schallendes Gelächter aus, sie schmollt und wirft nun wiederum den Schwänen die totale Unromantik vor und schwört, nie wieder Schwanensee zu besuchen. Im Davonstapfen schlägt er wiederum vor, den Primaballerino mit trockenem Brot zu bewerfen, um mehr als einen sterbenden Schwan zu forcieren. Ja, so ein Bänklein am See bietet tolle Unterhaltung.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Still Waters

Apr 26, 2009 - Backblech    1 Comment

Da ist er ja wieder…

Hoppla, wie die Zeit verfliegt. Aber es war auch einiges los, einen Tag nach dem letzten Beitrag zum Eintrag begann ich trotz fortgeschrittenem Alter ein Studium. Dies nahm in den ersten Wochen neben dem regulären Leben (sofern ich das habe, ich streite mich noch mit mir) ziemlich viel Zeit ein, hat aber den positiven Nebeneffekt, dass die Schreibmotivation schrittweise bis spurtartig zurück kommt und ab sofort auch zwingend notwendig ist, schliesslich heisst der Studiengang „Literarisches Schreiben“. Ja, da seid ihr platt oder auch nicht. Das dauernde Genöle hier wird gelegentlich professionell. Nebenbei sind viele viele bunte neue Figuren in mein Leben getreten in den ersten Monaten dieses Jahres, was natürlich die Besetzungsliste der kayxdose explosionsartig nach oben schnellen lässt.

So ganz nebenbei habe ich den Titel wieder zurückgedreht in der Zeit und es heisst und wird wohl immer heissen: Das „Auch ich habe meine Tage“-Buch vom keks. Also ich hab wieder Spass und ich beabsichtige, auch euch wieder Spass haben zu lassen. Oder zumindest zu unterhalten. Oder Präsenz zu zeigen. Oder euch zu nerven. Ich geh kurz auswürfeln, wer als Erstes dran ist.

Aktuell im Ohr: Letzte Instanz – Wann

Mrz 12, 2009 - Backblech    No Comments

Trendwendeltreppenstufenschnittmengenlehre

Ich könnte jetzt grosskotzig behaupten, der Titel sei das ultimative Konstrukt und überhaupt, aber da ich eine enorm ehrliche Haut bin, erkläre ich hiermit, dass der Titel eine reine Notlösung ist, damit IRGENDWAS da steht. Aber man muss ja mal loslegen können und inspirativ auch nur losbrabbeln können, um dort zu landen, wo man eigentlich hin will oder zu entdecken, dass man hin will, auch wenn noch nicht ganz hell erleuchtet ist, wo denn dort ist, wenn es nicht da ist. Da ist aber meist der Ort, wo man sich wohlfühlt und dort, wo man hingeht, um Geld zu verdienen. Insofern ist da die Kombination aus Starböcks und Buchhandlung und dort das Büro. Da habe ich festgestellt, dass ich möglicherweise doch einen iPod kaufen sollte anstelle eines Produktes anderer Hersteller, nur schon um zu vermeiden, angestarrt zu werden. Ich hole aus: Beim iPod funktioniert FastForward soweit ich das beurteilen kann, durch kreisförmiges Betätigen des weissen Steuerdingsda am Kerngehäuse. Bei meinem MP3ling nicht.

So sass ich also da, vor mir Kaffee und Kuchen (ich bin alt, ich darf das). In der einen Hand eine Zeitschrift, auf dem Tisch liegend der kleine Musikus, einige Zentimeter lang und ungefähr 3 Zentimeter breit (ab hier empfiehlt sich für Phantasiephabeten das Zurhandnehmen eines ähnlichen Gegenstandes). Gescrollt (oldschool: gespult) wird längs. Damit nun der mobile Datenträger dabei nicht vom Tisch flutschte, klemmte ich ihn handlich zwischen Ring- und Zeigefinger und begann dann nebenbei mit dem Mittelfinger wiederholte, schnelle Scrollbewegungen zu machen (unser Bürohalbitaliener konnte seinem kantinenübergreifenden Lachen nach zu urteilen sehr gut nachvollziehen wie das aussah). Irgendwann bemerkte ich dann aus dem Augenwinkel, dass mich ein Tisch voll weiblicher Starbuckserinnen ziemlich befremdet beobachteten. Da ging dann auch mir ein Licht auf. Leider liess sich gesichtslesend nicht hundertprozentig erkennen, welche Schlagzeile sich dort abzeichnete. Man beeilte sich auf beiden Seiten der nonoralen Kommunikation, sich wieder Gespräch oder Lesestoff zuzuwenden. Eigentlich schade. Hoffentlich sind die nächstes Mal auch wieder dort, mich würde brennend interessieren, ob mein MP3-Spieler auch auf Zungenschlag reagiert. Ja, sowas passiert da. Und dort liegt an anderer Stelle.

Aktuell im Ohr: The Stranglers – Nice in Nice

Feb 24, 2009 - Backblech    2 Comments

Jaaa, gib mir Tiernamen!

Die blechernen Fortbewegungsmittel unserer Zeit unterscheiden sich meistens nur noch marginal von Föhn und Kaffeemaschine. Viel Plastik, wenig Metall und die Hybridautos sehen auch einem Radiowecker tendenziell ähnlicher als einem Auto. Das Design, welches über Jahre hinweg noch für Augenbrauenvertikalbewegungen sorgen mochte, läuft sich je länger desto tot. Wenn keine Logos auf den Fahrzeugen wären, man hätte Mühe zu erkennen, was es denn so ist. Meistens. Was also tun? Man klebt kleine Schildchen mit lustigen Namen drauf, um Assoziationen zu wecken. Nehmen wir den VW Touareg, den Wüstennomaden, dem Fahrer das Gefühl vermittelnd, ein Abenteurer zu sein, der sich durch die wilde Sahara kämpft. In die Realität übertragen ist es aber ein Bürowallach (Hengst wär übertrieben), der schon jammert, wenn er im Sommer Sand in den Lederschuh bekommt, in dem er barfüssig steckt, um den Kontakt zur Natur zu spüren.

Was haben wir denn noch? Suzuki Splash. Splash. Ein Kleinwagen. Alles was mir dazu einfällt ist das Geräusch, das er macht, wenn man ihn von der Klippe schubst. Klingt zumindest etwas knackiger als Suzuki Plitsch. Smarts (oder heissen die in der bunten Massenanhäufung Smarties?) heben sich optisch von der Masse ab, sind aber anscheinend innerhalb ihrer Gattung noch in Spezies unterteilt: es gab den forfour für fier, ähm vier. Es gibt den fortwo für zwei. Vorschlag: der for1f@. Das Autokondom für den fülligen und füllenden Stadtpiloten, liegt gut an, trägt nicht auf und liest sich cool.

Seat Ibiza. Cordoba. Toledo. Alhambra. Olé! nein, den Olé gibt’s nicht, ist aber wohl nur eine Frage der Zeit. Was mir allerdings fehlt, innerhalb der Latinoreihe: der Seat Malle. Der könnte Serienmässig mit Trinkhalmhalter und in den Seitentüren eingebauten Kotztüten geliefert werden. Hier bitte NICHT in den Seitenaufprallschutz reihern, das könnte zu unliebsamem Wiedersehen mit vergangenen Mageninhälten führen. Einige Autoschmieden versuchen schon gar nicht, originell zu sein und benennen ihre Fahrzeuge mit Zahle. BMW hat so Nummernserien, die mir nicht einleuchten. Porsche früher auch, nennt inzwischen aber gerne ein Auto nach Gewürz (Slogan: „Bringt Pfeffer untern Arsch“). Muss ein deutsches Problem sein. Audi. A6. A5. A4. Versenkt.

Aktuell im Ohr: Das Knattern einer echten Espressomaschine. Ohne Räder.

Feb 22, 2009 - Backblech    2 Comments

Klugscheissing for Beginners

Einfach mal um es klarzustellen: Es heisst nicht „Hiirogliiphen“. Auch nicht „Hüüroglüüphen“. Und schon gar nicht „Hüürogliiphen“. Es hat bei Hiero kein Ãœ drin, verdammt. Hiiroglüüphen. Kann echt nicht so schwer sein, grad wenn man es von der Herkunft ableitet. Die ersten Historiker, welche die Grabkammern öffneten damals, trafen auf Zeichen an den Wänden und waren voll buph. Also baff, aber das waren ja Engländer. Obwohl, wenn da buph steht, lesen es die Berner wieder als böff. Da heisst ein Bus auch Bös. Da sagen die HipHopKiddies auch Mödderfögger. Aber egal. Also stand Dr. arch. Sowieso und staunte und rief zu seinen Leuten: Here! Oh! Glyphs! Und ein anderer rief: There! Oh! More Glyphs! Aber im Nachhinein wurde entschieden, dass erstentdeckung zählt und Deromorglyphen auch eine blöde Bezeichnung ist.

Wo wir grade bei Frühgesshichte sind, behaupte ich doch ganz salopp, dass Feuer nur aus einem Grund entdeckt wurde: Höhlenfürze. Unsere Vorfahren… unsere Vorgänge, denn das Rad kam ja erst später, hausten in Höh… nein, die hausten nicht, die höhlten, weil… genau, keine Häuser. Also, die suchten sich Räumlichkeiten, die selten mehr als einen Zugang hatten und um Wärme zu behalten, musste der Wohnbereich etwas höher liegen. Nun steigen auch gewisse Gase und sammeln sich ebenfall. Kommt dazu, dass damals noch voll auf Rohkost gesetzt wurde (die auch Fleisch beinhaltete, möchte ich erwähnt haben), was Blähungen sehr förderlich war. Also nichts wie los, Feuer entdecken, damit man später Zündhölzchen basteln konnte, um vollgemiefte Räume ganz flott zu entmuffen. Damals waren es halt noch Fackeln. Deshalb auch der Ausdruck „wenn es stinkt, nicht lange fackeln“ und schon ist gut. Das hat sich bis heute durchgesetzt. Obwohl ich nach gewissen Vorsitzern in einigen Lokalitäten immer etwas Angst habe, dass das ganze Kabäuschen in die Luft fliegt, wenn man Feuer rein hält. Das mag aber dann auch an der Ernährung liegen. Was mich irgendwie wieder zum Thema Klugscheissen bringt. Hm.

Aktuell im Ohr: Frozen Plasma – War/Flashbacks

Feb 19, 2009 - Backblech    No Comments

Herzscherz

Er liegt hinter uns! Ãœberstanden! Ãœberlebt! Ich meine nicht Freitag den Dreizehnten, sondern Valentin den Vierzehnten. Zum ersteren gibt es eine ganze Filmreihe, zu zweiterem bizarrerweise nicht, obwohl sich das Slasher-Thema durchaus anbieten würde. Aber ich bin ja nur neidisch, weil ich Single bin und es zur Tour-de-Force wird, am Samstag Lebensmittel zu finden, die weder herzförmig sind noch Rosendeko tragen. Und weil ich meine Neujahrsvorsätze, keine Vorsätze zu machen, dadurch breche, mir einen zu machen und diesen dann auch noch zu brechen. Ich bin schwach. Also hab ich mich wieder bei einem Singleportal angemeldet. Obwohl ich weiss, welche übersteigerten Anforderungen die Hühner dort haben. Als erstes stand in meinem Motto: „Ich mag nicht aussehen wie Brad Pitt, dafür siehst Du nicht aus wie Angelina Jolie“. Das habe ich dann allerdings recht flott wieder geändert. Ich wollte ja nicht mit der Tür aus dem Haus fallen.

In einem sind sich die Damen ja einig. Sie wollen einen intelligenten, witzigen Mann, der gut kommunizieren kann. Unser Gehirn sagt aber, sobald wir eines potentiellen Partners ansichtig werden, in ungefähr Nullkommanullvier Sekunden: BOAH, den/die will ich knallen! Sofort! Auf dem Küchentisch, dem Parkplatz oder der eigenen Hochzeit. Oder eben nicht. Oder nur gegen Geld. Das Phänomen nennt sich „selfish brain“ und das schreit nur nach dem Besten und nach Zucker. Also bis das Gehirn einer feinzüngig formulierten Textbotschaftgewahr wird, ist es scheissegal, was oder wie geschrieben worden ist, der Sender mag schon lange abgehakt sein. Gene und Hormone. Der Mensch ist auch nur ein Tier. Jetzt ist aber das Hirn voll auf dem Ego-Trip und strebt nach den Sternen, einer Studie zufolge bekommen wir aber Partner, die in den allermeisten Fällen in der gleichen Attraktivitätsliga spielen. Ausnahmen dabei sind hässliche Geldsäcke oder Machofressen, die zwar ansehnliche Partnerinnen bekommen, die aber tendenziell persönlichkeitsgestört oder verschuldet sind. Oder beides. Also bleiben wir auf unserem Level und gucken uns dort um (gut, man schielt schonmal nach oben, man muss ja was zum träumen haben). Das gilt dann auch für Frauen auf Männersuche. Weil wenn ich so sehe, wer sich für MICH interessiert (ausgenommen die scharfen Russinnen, die aber auch nur Geld und Visum wollen, ich aber nicht bereit bin, viel Geld in gutes Aussehen und schlechten Geschmack zu stecken), und die Studie bedenke, dass gleiches Level und so, dann gibt mir das massiv zu denken. Hm. Ich geh jetzt auf den Crosstrainer, ein Peeling machen und Augenbrauen zupfen. Das geht so ja nicht.

Aktuell im Ohr: mind.in.a.box – Lament for Lost Dreams

Feb 11, 2009 - Backblech    No Comments

Grippenspiel

Hat schon jemand versucht, mit entzündeten Stimmbändern per Telefon einen Arzttermin zu organisieren? „Hchochäääächechchäääch.“ – „Aha, Sie hätten bestimmt gerne einen Termin?“ – „Mmhm!“ – „Können Sie mir noch Ihren Vornamen nennen?“ – „Mchachääächchchichchch.“ – „Geht Viertel nach Zehn?“ – „Mmhm!“. Erstaunlich. Praxisassistentinnen müssen ein sehr geschultes Ohr haben, denn meine Akte lag korrekt bereit, als ich dort eingetrudelt bin. Ein Ohr, wie die Apotheker ein Auge benötigen, um die Sauklauen von Ärzten zu entziffern. Ein früherer Hausarzt hat es allerdings auch schon geschafft, dass ich mit dem Apotheker (ein echter Profi auf seinem Gebiet) fünf Minuten über dem Rezept gebrütet habe, bis wir drauf kamen, was mir verschrieben wurde. Aber diesmal sagte das Röntgenbild mehr als tausend Chchchch (und ich will jetzt keinen blöden Kommentar aus dem Ausland, wir würden doch immer so klingen). Neben den angefransten Stimmbändern auch noch eine verschleimte Lunge. Klingt lecker. Der Hinweis, ich solle mich möglichst ausruhen, aber NICHT auf der Seite liegend, weil sich sonst der jeweils untere Lungenflügel abschaltet, machte mich ein KLEIN wenig panisch. Erholt euch mal, wenn ihr im Bett liegt, zur Decke starrt und denkt „Ich darf mich nicht drehen, ich darf mich nicht drehen,…“.

Also hab ich mich aufs Sofa gepackt und, man soll die wache Zeit ja nutzen, DVD’s rausgekramt, die ich schon länger mal gucken wollte. Doofe Idee. Oder doofer Patient, denn grundsätzlich sehe ich Filme im Original mit Untertiteln. Synchronisationen finde ich in den allermeisten Fällen zum Kreischen. Die Untertitel deswegen, weil trotz gutem Englisch halt gerne im Genuschel oder in Explosionen und Geballer die elementaren Textinformationen verschwimmen. Allerdings verschwimmen unter Einsatz eines Medikamentenkontingents, mit dem man locker ein Drittweltland versorgen könnte auch die Untertitel. Schräge Nebenwirkungen meines Gesamtzustandes waren unter anderem sandpapierbehandelte Augäpfel. Trocken wie ein Furz im Wüstenwind. So legte ich also die Filme, die ich noch nicht kannte zur Seite und kramte die Filme raus, die mich erfahrungsgemäss auf der Gefühlsebene erwischen (ja, ich oute mich als Filmschluchzer) um meine Optik zu befeuchten. Hat tatsächlich funktioniert. Da ich den gleichen Effekt auch mit Musik erreiche, wenn nur die richtigen Erinnerungen getriggert werden, muss ich wohl in den nächsten Tagen wieder meine MP3-Sammlung thematisch sortieren. Dank der halbgaren Genesungsphase meiner Stimme kann ich auch in einer rattigen Basslage mitsingen statt immer zu überschlagen. Meine Nachbarn werden mir dankbarer sein als sonst und die Bazillen ergreifen panisch die Flucht. So ist allen geholfen und ich kann auch wieder erkennen, was ich tippe. Man möge die paar Tage Aussetzer entschuldige. Chchchchch.

Aktuell im Ohr: Covenant -  Ritual Noise

Feb 1, 2009 - Backblech    1 Comment

Ich bin frostriert

In den letzten Tagen oder Wochen immer wieder gerne gehört: „Boah, leck mich am Arsch, ist das kalt!“. Ich kenne mich jetzt im thermischen Bereich nicht so extrem gut aus, aber aus Sicht des Laien würde ich behaupten, dass eine kleine Zunge an einem grossen Arsch keine in Celsius messbaren Optimierungen nach sich ziehen würde. Die Walzunge, die es dafür benötigt, wäre dann aber wohl in Sachen Temperatur auch wieder nur teilweise geeignet. In einer Reportage, die neulich lief, reiste der Reporter an den kältesten Arsch der Welt, irgendwo in dem, was früher mal Sowjetunion war. Damals liess sich in der Ecke zumindest noch einfach sagen, in welchem Land ein Ort lag. Heutzutage liegt das gleiche Kaff sonstwo in einem Splitterstaat, aber wenigstens ist es dort immer noch scheisskalt, um es zumindest celsiär ins Bewusstsein des Sofatouristen zu bringen. Nicht, dass ich mich an den Namenerinnern würde, aber im Winter haben die dort so um die minus 50 Grad rum. Konstant. An den Kuheutern tragen die Muhmuhs eine Art Bikini, damit nicht gleich Milchshake draus wird und das Trinkwasser hacken sie mit Speeren aus dem naheliegenden See. Das wird dann vor dem Haus gestapelt und bei Bedarf, bricht man sich ein Stück ab. Verleiht „on the rocks“ eine neue Facette.

Hat klar den Vorteil, dass man vor dem Club nicht in Kotze ausrutschen kann, weil die sofort schockgefriert. Nachteil: Der Frühling wird olfaktorisch gesehen sehr unangenehm. Vorteil: Dort gibt es keine Clubs, also auch kein erfrorenes Erbrochenes. Nur Kälte und dicke Schichten Klamotten. Es erklärt auch, warum Russen diese megamässigen Puschelmützen erfunden haben, denn über die Kopfhaut verliert der Mensch bis zu 70 Prozent seiner Körperwärme. Was wiederum hauptsächlich Männer betrifft, denn die sind ja eher von Haarausfall betroffen.Wenn Mann Glück hat nicht, nur partiell (obwohl es bei einigen besser wäre, es würde sich spontan ausbreiten und nicht so ein Gefussel hinterlassen) oder erst spät. Aber es dringt in die Ãœberlegungen ein, man findet es Mist und ärgert sich, dass auf dem Mist leider nichts wächst. Ärger wiederum fördert das Ausfallen (oder das Ausraufen) und es wird immer ärger. Aber wir leben inzwischen zivilisatorisch ja in der Neuzeit und die Kosmetikindustrie beschenkt uns mit Haarwurzeltuning. Macht Haar dicker, Wurzeln stärker oder reaktiviert sogar. Interessant dabei: Die Mittelchen basieren auf irgendeinem Koffeinkomplex. HAH! Koffein hat schliesslich jeder zu Hause, warum nicht einfach jeden Tag eine halbe Stunde Kopfstand in einer Schüssel Kaffeesatz? Ich hab es versucht. War sehr schmerzhaft. Vielleicht hätte ich den Satz zuerst aus den Nespressokapseln entfernen sollen. Also doch in die Drogerie und mit laborös entwickelter Anwendung an die Geheimratsecken. Kostet zwar viel Geld, ist aber billiger als eine Arschhaartransplantation. Obwohl, diese wiederum vereinfacht einiges: „Boah, leck mich am Arsch, ist das kalt!“. Und man braucht bloss die Mütze zu lüpfen und die Stirn freizumachen.

Aktuell im Ohr: Alice in Videoland – Weird Desire

Jan 28, 2009 - Backblech    No Comments

Dann such mal schön!

Zwei Gebäude weiter, ennet der Strasse, erhebet sich ein wohl christlich Gebäude, allerdings keine Kirche. Es steht etwas von Mission dran. Das ist bei Kirchen selten. Auf dem Dach prangt eine gelbe Leuchtreklame. Das ist bei Kirchen noch viel seltener. Der Begriff „Reklame“ ist tendenziell falsch, aber so heissen die Dinger nun mal. Diese aber wirbt nicht direkt, sondern sagt: Gott sucht dich! Das macht mich perplex, denn meines Wissens hiess es früher im Religionsunterricht: Gott sieht alles! Mit ein Grund, warum man in der Pubertät wohl einiges unter der Bettdecke ausprobiert hat, weil man annahm, so viel Privatsphäre akzeptiert auch der Herr von oben. Aber nochmals: perplex. Denn wenn Gott doch alles sieht, warum sucht er mich dann? Liegen die Herren Missionierer etwa falsch? Oder ist Gott ein Stalker? Dauernd wird gegen Ãœberwachungskameras ins Feld gezogen, aber gegen kirchlich angeordnete Ãœberwachung protestantiert keiner. Das finde ich nicht korrekt.

Noch was dazu: Wenn er doch alles sieht (muss man das jetzt eigentlich gross schreiben, das „er“?), warum existiert die Beichte?Ich vermute, weil die meisten Pfarrhäuser keinen brauchbaren TV-Anschluss haben. Sex&Crime, abgeschlossen im Kabäuschen, ist fast wie ein Hörbuch. Ãœberhaupt, beichten… Mussten wir damals als Katholen alle machen, doch was tun, wenn man im Beichtstuhl sitzt und gar keine Sünden begangen hat? Genau: Man LÃœGT!Das unterhält, regt die Phantasie an und hat den Vorteil, dass man sich beim zweiten Mal zurücklehnen kann, weil einem schon klar ist, was es zu gestehen gibt. Alternativ dazu fragt man durchs Gitter, ob das Holz imprägniert ist, damit das Hühnerblut sich nicht zu arg festsetzt. Das wiederum erteilt möglicherweise Generalamnestie für weitere Beichtstuhlgänge. Gibt ja noch andere Anlässe. Hat zum Beispiel Kommunion direkt mit Kommunikation zu tun? Sowas könnte man aufs Dach schreiben: Gott sucht Antworten! Die könnte er dann sammeln und per GodCast ins Internet streamen. Zugriff auf sämtliche Antennen wird er von da oben wohl haben.

Aktuell im Ohr: Seabound – Hooked

Jan 27, 2009 - Backblech    No Comments

Alkohohl am Steuer

Die Meldung, dass man statt Scheibenwischwasser auch Vodka in den Spritztank füllen kann, weil der Effekt fast identisch ist, finde ich hervorragend. Es leuchtet mir wahnsinnig ein, dass im Zeitalter der Krisen teurer Vodka dem billigen Wischiwasch vorgezogen wird. Man gönnt sich abgesehen vom wöchentlichen Champagnerbad und dem Safranschnupfen auch nichts mehr. Ich käme auch nicht auf die Idee, mir das Hirn mit den 45 Volumenprozenten wegzuknallen, anstatt ihnen beim Verdunsten zuzusehen. Alternativ kann wahrscheinlich auch Gin oder andere Klare verwendet werden. Eine Verkehrskontrolle stelle ich mir sehr unterhaltsam vor, wenn ein stocknüchterner Fahrer versucht,den Vertretern des Gesetzes zu erklären, warum seine Karre nach Schnaps stinkt. Es gibt dem Satz „Mein Auto säuft für Zwei“ einen neuen Anstrich und wenn James Bond vor dem mehrfachen Autoüberschlag noch den Vodka Martini einspritzt, dann ist selbiger auch ganz ganz sicher geschüttelt und nicht gerührt.

Faszinierend. Faszinierend umso mehr, dass es Menschen gibt, die das zum Einen erforschen und zum Andern, überhaupt darauf kommen, das auszuprobieren und zu erforschen. Ich mag diese Bücher mit sinnlosem Wissen und surrealen Faktenund zwangsweise werdet ihr die eine oder andere Entdeckung abbekommen. Wenn ihr also aus Versehen was lernt, sagt mir nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Beispiel aus der Zoologie: Ein Nipferd gibt 80 Prozent seiner Laute unter Wasser von sich. Ich kenne einige Menschen, bei denen ich schätzte, sie täten das auch. Man kann zwar sehen, wie sich der Mund öffnet und schliesst, aber das hohle Gesabbel geht in wunderschönen Blasen Richtung Oberfläche und verabschiedet sich mit einem sanften „Plüpp“ ins Universum. Nur befürchte ich, dass sich die Verblasen nicht total verflüchtigen, sondern sich ein Stück weit im Wasser ablagern (Moleküle, Atome, Physchnickschnack). Später wird dieses wiederum zur Herstellung von Vodka (slawische Ableitung von… oha…: WASSER) verwendet wird und überzeugt den Einnehmenden davon, dass es doch eine tolle Idee wäre, wenn man statt Scheibenwischwasser… Tja… Der Kreislauf des Lebens.

Aktuell im Ohr: Mindless Faith – The World behind the World

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